EEG-Stromvermarktung durch Übertragungsnetzbetreiber: Menge sinkt – Erlös steigt

651

Der Anstieg der Großhandelspreise für Strom in den vergangenen Monaten spiegelt sich auch in den Vermarktungserlösen von EEG-Strom wider. Die Übertragungsnetzbetreiber haben für die 2.034 GWh EEG-Strom, den sie im Januar 2017 an die Börse gebracht haben, durchschnittlich 52,22 €/MWh erlöst. Vor einem Jahr lag der durchschnittliche Erlös bei 27,49 €/MWh. Das entspricht annähernd einer Verdoppelung Vermarktungserlöses pro Stromeinheit.

Die Preisentwicklung ist auch im EEG-Konto ablesbar. Vor einem Jahr erzielten die Übertragungsnetzbetreiber, die den EEG-Strom, der nicht direkt vermarktet wird, an den Börsen verkaufen, einen Gesamterlös aus der Vermarktung in Höhe von 68,4 Mio. € – bei einer Vermarktungsmenge von 2.488 GWh. Im Januar des laufenden Jahres wurden über die ÜNB nur 2.034 GWh vermarktet – der Erlös lag aber mit 106,2 Mio. € deutlich über dem Vorjahreswert. Ein entsprechender Effekt entsteht auch mit Blick auf den direkt vermarkteten EEG-Strom, auf den inzwischen der weit größere Anteil der Stromerzeugung aus Erneuerbaren-Anlagen entfällt.

Steigt der Erlös aus EEG-Strom an den Börsen, so fällt die Marktprämie niedriger aus. Exakt quantifizieren lässt sich der Effekt gegenwärtig nicht, da es noch keine endgültigen Zahlen zur Einspeisemenge von direkt vermarkteten EEG-Strom für den Januar gibt. Zwar sind die Prämienzahlungen im EEG-Konto im Januar 2017 mit 1,53 Mrd. € niedriger als im Januar 2016 (1,72 Mrd. €). Allerdings lag auch die Windstromerzeugung im Berichtsmonat nach vorläufigen Berechnungen deutlich unter dem Vorjahreswert, so dass der reine Preiseffekt durch den Anstieg der Börsenpreise hier nicht eindeutig separiert werden kann. Insgesamt weist das EEG-Konto im Januar 2017 einen Überschuss von 678 Mio. € aus (Januar 2016: 459 Mio. €).

Dass es im Januar einen Überschuss gibt, ist für sich genommen nicht ungewöhnlich, da die im Durchschnitt der aktuell vergüteten EEG-Anlagen noch immer teure Photovoltaik in den Wintermonaten eine geringe Produktion aufweist. Der aktuelle Monatsüberschuss ist allerdings der höchste Überschuss für einen Januar, der sich in den EEG-Kontenübersichten der Übertragungsnetzbetreiber findet.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte Kommentar einfügen!
Bitte geben Sie Ihren Namen hier ein