EEG-Monitoringbericht zu Strom aus Biomasse: 29 TWh Strom und 23 TWh Wärme aus 8.200 Bioenergieanlagen in Deutschland

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Ende 2011 haben in Deutschland knapp 8.200 Bioenergieanlagen Strom erzeugt, ein Teil davon in Kraft-Wärme-Kopplung. Die installierte elektrische Gesamtleistung beläuft sich auf rund 4,2 GW, insgesamt produzierten die Anlagen im vergangenen Jahr rund 29 TWh Strom und 23 TWh Wärme. Zu diesen Ergebnissen kommt der Endbericht zum EEG-Monitoringprojekt Strom aus Biomasse, den das Deutsche BiomasseForschungszentrum (DBFZ) jetzt vorgelegt hat.

Mit dem Monitoringbericht des DBFZ zur Wirkung des EEG auf die Entwicklung von Biomassekraftwerken, Biogasanlagen und Pflanzenöl-BHKWs in Deutschland befasst sich der Titelbericht der Ausgabe 26/2012 von EUWID Neue Energien. Insgesamt umfasst die am 27. Juni erschienene Fachpublikation 94 Nachrichten und Berichte zur Energiewende auf 32 Seiten. Im Folgenden findet sich eine Kurzcharakteristik der Ausgabe (zur kompakten Übersicht gelangen Sie hier: https://www.euwid-energie.de/aktuelle-printausgabe/):

Übergreifende Themen

In der Erneuerbaren-Branche nehmen Fusionen und Übernahmen (M&A) weltweit immer mehr zu. Im Jahr 2011 stieg die Zahl der Transaktionen im Sektor der erneuerbaren Energien auf 210, und das M&A-Volumen wuchs um 135 Prozent auf 25 Mrd. €, wie sich aus einer Studie des Informationsdienstleisters Mergermarket und des Beratungsunternehmens Rödl & Partner ergibt. In den nächsten zwölf Monaten erwarten 87 Prozent der befragten Experten einen weiteren Anstieg des globalen M&A-Geschäfts im Erneuerbaren-Sektor.

Das zunehmende M&A-Volumen ist auch Ergebnis eines beispiellosen Wachstums der erneuerbaren Energien weltweit. Seit 1990 wurden durch den Neubau entsprechender Kapazitäten 430.000 MW Leistung installiert, ist einer Analyse der Kraftwerksdaten für die „Energierevolution“-Studie von Greenpeace zu entnehmen. Im vergangenen Jahr dominierten die erneuerbaren den weltweiten Kraftwerksmarkt. Demnach kamen Solarparks, Wasserkraftwerke und Biomasseanlagen auf einen Anteil von 39 Prozent an der neu installierten Leistung und lagen damit vor der Kohlekraft, die mit einem Anteil von 34 Prozent am Neubau aber weiterhin eine wichtige Rolle spielt.

Neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien liegt der Schlüssel für die Energiewende in der Erhöhung der Energieeffizienz. Im Streit um europäische Vorgaben für das Energiesparen haben EU-Parlament und -Regierungen jetzt einen Kompromiss erzielt. Vertreter des Parlaments einigten sich mit der dänischen EU-Ratspräsidentschaft auf Energiespar-Regelungen für öffentliche Einrichtungen und Unternehmen, die von den Energieministern der Mitgliedstaaten offiziell befürwortet wurden. Zwar ließe sich das ursprünglich angestrebte Ziel, bis 2020 den Energieverbrauch um 20 Prozent zu drosseln, damit nicht ganz erreichen, erklärte Dänemarks Energieminister Martin Lidegaard nach den Beratungen in Brüssel. Zu erwarten seien aber Einsparungen von 17 Prozent.

Weitere übergreifend relevante Berichte in EUWID Neue Energien 26/2012 befassen sich mit dem UN-Umweltgipfel in Rio, den Defiziten alter Stromheizungen als Energiespeicher im Zuge der Energiewende, einer VKU-Studie zum Aufbau von Smart Grids und den Klagen der Stadtwerke über unklare Rahmenbedingungen für die Energiewende. Ergänzt wird die übergreifende Berichterstattung mit der Entwicklung des Börsenbarometers Renixx, den aktuellen Daten zur Direktvermarktung von Erneuerbaren-Strom sowie Preisen für Rohstoffe und Heizöl.

Bioenergie

Der weltweite Markt für Biogasanlagen wird in den nächsten Jahren deutlich wachsen. In einer aktuellen Studie prognostiziert das US-amerikanische Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Pike Research, dass sich das globale Umsatzvolumen zwischen 2011 und 2022 von 17,3 auf 33,1 Mrd. US-Dollar nahezu verdoppeln wird. Als vielseitiger Energieträger besitze Biogas erhebliches Potenzial, um der wachsenden Nachfrage in den Strom-, Wärme- und Kraftstoffmärkten gerecht zu werden, heißt es in der Studie.

Derweil kommt die „Roadmap Bioraffinerien“ der Bundesregierung zu dem Ergebnis, dass sich die vollständige Nutzung der Biomasse über Biogas-Bioraffinerien nach aktuellem Stand der Technik noch nicht wirtschaftlich realisieren lässt. Derzeit stehe bei Biogas nicht die Biogas-Bioraffinerie im Fokus, sondern die konventionelle Erzeugung von Strom und Wärme bzw. nach Biogasaufbereitung die Einspeisung oder Kraftstoffnutzung von Biomethan, heißt es in der Roadmap.

Dem Deutschen Raiffeisenverband (DRV) geht der Ausbau der Bioenergie mittlerweile zu weit. Die Förderung der Bioenergie belaste die Versorgungsbilanz, heißt es in einer Mitteilung des Verbands. „Der kontinuierlich steigende Maisanbau für die Biogasproduktion in Deutschland verringert das Getreideangebot in diesem Jahr um rund 4 Mio. Tonnen. Das ist knapp 10 Prozent einer normalen Ernte“, sagte Henning Ehlers, Geschäftsführer des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), bei einer Tagung des Bayerischen Genossenschaftsverbandes.

Die Bioenergieberichterstattung befasst sich in Ausgabe 26/2012 von EUWID Neue Energien auch mit der Diskussion um die Einführung von E10 in Österreich, den Ergebnissen des Forschungsprojekts „Prograss“ und den Anbauempfehlungen der UFOP. Zudem finden sich Unternehmensnachrichten zu Biogas Nord, EnviTec, DTB Deutsche Biogas, Mabagas und Juwi in der neuen Ausgabe. Die Marktberichterstattung umfasst die die aktuellen Biodieselpreise und die Notierungen für Getreide und Ölsaaten an den Großhandels-Warenbörsen.

Solarenergie

Bund und Länder haben offenbar einen Kompromiss zur Solarförderung gefunden, der im Vermittlungsausschuss beschlossen werden soll. Nach Agenturberichten beinhaltet der Kompromiss eine absolute Obergrenze für den geförderten Ausbau der Solarenergie in Deutschland bei 52.000 MW. Gegenüber dem vom Bundestag beschlossenen Gesetz sieht der Kompromiss zudem eine höhere Vergütung für Solaranlagen im Größenbereich von 10 bis 40 kW vor. Nach EUWID-Analysen fielen im ersten Drittel des Jahres mehr als 40 Prozent der neu errichteten PV-Anlagen in dieses Segment.

Viele Beobachter rechnen damit, dass der Solarzubau in Deutschland zunächst auf hohem Niveau weitergehen könnte. Interessant ist der Markt mittlerweile auch für Akteure, die in der Vergangenheit einen großen Bogen um die Photovoltaik gemacht haben. Nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ will sich auch der Versorger RWE intensiv mit dem Thema Solarenergie befassen. Dabei gehe es auch um ein Engagement innerhalb von Deutschland, berichtete die Zeitung unter Verweis auf ein Spitzentreffen von Konzernmanagern Mitte Juni in Istanbul. Die Gruppe durchlaufe eine Phase der Neubewertung, hieß es. Bislang zählte RWE zu den einflussreichsten Kritikern der Solarenergie in Deutschland.

Die Solarkrise ist aber noch lange nicht ausgestanden. Die insolvente Q-Cells-Gruppe meldet einen höheren Umsatz im ersten Quartal, hat dabei aber auch von Vorzieheffekten profitiert. Im Zuge der Sanierung von Q-Cells wird eine Doppelstrategie verfolgt. Neben der Suche nach einem Investor erwägt man dpa-Informationen weiterhin
einen Schulden- und Kapitalschnitt.

Weitere Berichte und Analysen im Solarbereich befassen sich in Ausgabe 26/2012 von EUWID Neue Energien unter anderem mit den aktuellen Entwicklungen bei Solarwatt, centrotherm photovoltaics, Conergy, Capital Stage, Almeco, aleo solar, Solarworld und KACO new energy. Ergänzt wird die Berichterstattung unter anderem mit den aktuellen Daten zur Solarstromeinspeisung in den ÜNB-Regelzonen.

Windenergie

Der Übertragungsnetzbetreiber TenneT hat weitere Verzögerungen bei der Anbindung von Offshore-Windparks eingeräumt. Man sei vom Generalunternehmer Siemens darüber informiert worden, dass es bei der Installation der Plattformen HelWin alpha und BorWin Beta zu neuerlichen Verschiebungen komme. Die Fertigstellung werde nun 2014 erwartet. TenneT stehe in engem Kontakt mit Siemens, um die Errichtung der Netzanbindungen „schnellstmöglich voranzubringen und nach Kräften zu beschleunigen“, hieß es.

TenneT-Vorstand Lex Hartman sprach sich angesichts der weiteren Verzögerungen für eine Änderung der Rahmenbedingungen für den Netzanschluss von Offshore-Windprojekten aus. „Die Verspätungen belegen, dass ein Systemwechsel bei der Anbindung von Offshore-Windparks dringend notwendig ist“, sagte Hartman. Die Ziele der Energiewende könnten nur erreicht werden, wenn die jetzige Offshore-Struktur grundlegend verändert werde. „Der Anschluss der Offshore-Windkraft in den nächsten Jahren kann nur gelingen, wenn es eine langfristige Offshore-Planung gibt, die es allen Beteiligten erlaubt, Ressourcen zu entwickeln“, betonte der Manager. Auch die offene Haftungsfrage müsse klar gesetzlich geregelt werden „und die notwendigen weiteren Investitionen müssen auf mehrere Schultern verteilt werden“.

Zu den weiteren Themen der Ausgabe 26/2012 im Bereich der Stromerzeugung aus Windenergie zählen aktuelle Meldungen zu Vestas, Prokon, RWE, Windreich, Cuxport und REpower Systems. Ergänzt wird die Windberichterstattung unter anderem mit den Einspeisewerten von Windstrom in den ÜNB-Regelzonen.

Geothermie

Wie in der vergangenen Woche bekannt wurde, ist das Geothermieprojekt Munster in der Lüneburger Heide der Forschungskooperation „Geothermie“ beigetreten. Damit soll das übergeordnete Ziel unterstützt werden, den Ausbau geothermischer Projekte in Norddeutschland voranzutreiben. „Erstmals sollen in dem Geothermieprojekt Lüneburger Heide neuartige Techniken im Anwendungsbereich der petrothermalen Geothermie betriebswirtschaftlich, d.h. kommerziell erprobt und genutzt werden“, sagte die Vorstandsvorsitzende des GeoEnergy Celle e.V., Susanne Schmitt, der die Forschungskooperation angeregt hat. In Munster sollen rund 40 Mio. € in ein tiefengeothermisches Kraftwerk mit 14,7 MW Wärme- und 1,2 MW Stromleistung investiert werden. Weitere Berichte im Bereich Geothermie beschäftigen sich unter anderem mit einer angekündigten Risikodeckung für das schweizerische Geothermieprojekt St. Gallen sowie mit dem BINE-Projektinfo „Korrosion in geothermischen Anlagen“ und dem Leitfaden „Erdwärmesonden in Bayern“.

Elektromobilität

Im Themenbereich Elektromobilität steht in dieser Woche der dritte Fortschrittsbericht der Nationalen Plattform Elektromobilität im Mittelpunkt. Darin wird betont, dass ohne zusätzliche Förderung bis 2020 höchstens 600.000 Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen fahren werden. Das Eine-Million-Ziel des Bundes erreiche in den Jahren 2014 bis 2017 seine kritische Phase. „Da kommt es darauf an, die Stückzahl von 100.000 auf etwa eine halbe Million Fahrzeuge zu erhöhen“, erklärte der Chef der Nationalen Plattform, Henning Kagermann, bei der Vorstellung des Fortschrittsberichts. Ein weiterer Bericht befasst sich mit einem pessimistischen Ausblick des Automobil-Experten Ferdinand Dudenhöffer auf die Entwicklung der Elektromobilität. Deutschland drohe in diesem Bereich zu einem Entwicklungsland zu werden, wenn es keine großangelegten Offensiven starte, sagte er. Darüber hinaus berichtet EUWID Neue Energien über ein Forschungsprojekt, das die Stromspeicherfähigkeit von E-Autos zum Inhalt hat, sowie über Pläne der Bundesregierung und der Industrie, ein Wasserstofftankstellennetz mit mindestens 50 Tankstellen zu errichten.


Die Kurzcharakteristik der vergangenen fünf Ausgaben können Sie hier einsehen:

Ausgabe 25/2012 (20. Juni): Monitoringbericht: Biogaseinspeisung noch weit vom Ziel für 2020 entfernt Ausgabe 24/2012 (13. Juni): Bayern Spitzenreiter bei Beschäftigung im Bereich der erneuerbaren Energien Ausgabe 23/2012 (6. Juni): Netzentwicklungsplan sieht Ausbau der Übertragungsnetze für 20 Mrd. € bis 2022 vor Ausgabe 22/2012: (31. Mai): Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaik wird in der öffentlichen Wahrnehmung unterschätzt Ausgabe 21/2012: (23. Mai): Entlassung von Röttgen heizt Diskussion um Prioritäten der Energiewende an

EUWID Neue Energien – Energiewende kompakt

Das Informationskonzept von EUWID Neue Energien ist darauf abgestimmt, Leser mit knappem Zeitbudget schnell und trotzdem umfassend über die Entwicklungen in Märkten und Politik zu informieren. Die Redaktion sichtet hierzu täglich mehrere hundert Informationsquellen und spricht mit den Experten der Branche. Aus der Vielzahl der Quellen selektiert das Redaktionsteam die zentralen Fakten, recherchiert die Hintergründe und bündelt die Informationen in kompakter Nachrichtenform. Thematische Schwerpunkte von EUWID Neue Energien sind die Erzeugung von erneuerbaren Energien und die intelligente Nutzung von Energie. Neben Wirtschafts- und Politikmeldungen stehen dabei Markt- und Preisinformationen im Fokus. EUWID Neue Energien bietet unter anderem Preise für NawaRo-Holz, Pellets, Altholz, Sägerestholz, Biodiesel, Getreide und Ölsaaten, Solarmodule und Ökostrom. Auch die PV-Zubauzahlen der Bundesnetzagentur sowie Einspeisewerte für Solar- und Windstrom werden regelmäßig ausgewertet.

Der EUWID-Wochenbericht zur Energiewende 26/2012 bei openpr: http://www.openpr.de/news/644036.html

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