Im vergangenen Jahr sind erstmals mehr als drei Viertel der EEG-Stromerzeugung direkt vermarktet worden. Das zeigt das EEG-Mengentestat der Übertragungsnetzbetreiber für das Berichtsjahr 2017. Das Testat zeigt auch im Detail, welche Strommengen welchem Technologiebereich zuzuordnen sind – und welche Förderung die jeweiligen Anlagenbetreiber erhalten haben.

Eine detaillierte Analyse der jetzt bekannt gewordenen Zahlen findet sich auf dem Titel der jetzt erschienenen Ausgabe 34/2018 von EUWID Neue Energie. Das Mengentestat dokumentiert nicht nur den fortgesetzten Trend zur Direktvermarktung, es zeigt auch, dass der EEG-Quotient gestiegen ist. Im vergangenen Jahr gab es mithin mehr EEG-Strom für einen Euro aus der EEG-Umlage – eine allzu große Überraschung ist das angesichts der 2018 gesunkenen EEG-Umlage indes nicht.

Onshore-Windenergie mit vorzüglicher Relation zwischen Stromertrag und Fördergeldern

Die Daten des Mengentestats machen auch deutlich, dass die Onshore-Windkraft mit einer vorzüglichen Relation zwischen erzeugter Strommenge und Förderbedarf eine wichtige Rolle als Motor der Energiewende besitzt. Im Moment steht das Segment aber vor großen Herausforderungen: Die Unsicherheit über das Ob und Wann der EEG-Sonderausschreibungen belasten die Branchen ebenso wie die Nachwirkungen der verfehlten Definition der Bürgerenergie im EEG 2017. „Der Fadenriss beim Zubau für 2019 ist kaum noch aufzuhalten“, heißt es beim BWE.

Die Analyse der AGEE-Stat zum ersten Halbjahr zeigt, dass die Neuinstallationen im Windkraftbereich bereits im laufenden Jahr massiv gesunken sind. Etwas besser sieht es bei der Photovoltaik aus. Um den Rahmen für einen schnellen Ausstieg aus der Kohlekraft zu schaffen, ist das aber alles nicht ausreichend. Wie ein solcher Kohleausstieg aussehen könnte, lesen Sie hier.

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