EAM kauft Biogasanlage Jühnde und angeschlossenes Nahwärmenetz

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Unterzeichneten die Kaufverträge (von links): Matthias Weiß, Eckhard Fangmeier, Siegmund Laufer und Thomas Wetzel.
Quelle: EAM

Der kommunale Energieversorger EAM übernimmt das Nahwärmenetz und die angeschlossene Biogasanlage in Jühnde im Landkreis Göttingen. Entsprechende Kaufverträge seien bereits unterzeichnet worden, teilte EAM mit. Zuvor hatten sich die Mitglieder der Genossenschaft Bioenergiedorf Jühnde mit 75 Prozent der Stimmen für einen Verkauf des Bioenergieprojektes an die EAM ausgesprochen. „Mit der EAM haben wir einen verlässlichen Partner gefunden, der selbst über langjährige Erfahrungen und große Kompetenz im Bereich der Bioenergie verfügt“, sagte Eckhard Fangmeier, Vorstandsmitglied der Genossenschaft.

In Barlissen hat die EAM bereits eine Biogasanlage übernommen und flexibilisiert

Die EAM hat es sich zum Ziel gesetzt, die Wärmeversorgung in Jühnde zukunftssicher zu machen und langfristig mit einem überarbeiteten Konzept sicherzustellen. „Dass wir das können, haben wir bereits im benachbarten Barlissen gezeigt, wo wir vor drei Jahren den Betrieb der Biogasanlage übernommen haben“, sagte EAM-Geschäftsführer Siegmund Laufer. Seitdem hat die EAM die Anlage in Balissen mit einem neuen, leistungsfähigeren Blockheizkraftwerk modernisiert, um unter anderem die Stromerzeugung flexibler gestalten zu können. Darüber hinaus betreibt die EAM seit vielen Jahren Nahwärmenetze im eigenen Geschäftsgebiet, beispielsweise in Espenau im Landkreis Kassel. In Kleinseelheim (Landkreis Marburg-Biedenkopf) hat der Regionalversorger gemeinsam mit der Bioenergiegenossenschaft Kleinseelheim ein Nahwärmenetz aufgebaut, das in diesem Sommer in Betrieb gegangen ist.

Jühnde war das erste Bioenergiedorf in Deutschland

Jühnde war das erste Bioenergiedorf in Deutschland. Die Gemeinde deckt seit Ende 2005 ihren kompletten Energiebedarf vollständig durch regenerative Energieträger ab. Der größte Teil der Energie wird vor Ort in einer Biogasanlage aus Biomasse von den umliegenden Äckern sowie Gülle erzeugt. Mit dem entstehenden Biogas werden in einem Blockheizkraftwerk Wärme und Strom produziert. Der erzeugte Strom wird in das örtliche Stromnetz eingespeist, während die entstehende Abwärme den Haushalten über ein unterirdisches Nahwärmenetz zugeführt wird. Im Winter reicht die Abwärme nicht immer für die Versorgung der angeschlossenen Haushalte aus. Deswegen gibt es ein zusätzliches Holzschnitzel-Heizwerk, das mit Holz aus der Umgebung gespeist wird und das Wasser des Nahwärmesystems zusätzlich erwärmt. Mit jährlich rund fünf Mio. Kilowattstunden produziert die Bioenergieanlage in Jühnde doppelt so viel Ökostrom, wie es selbst verbraucht.

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