E-Mobilitäts-Pionier „Better Place“ stellt Insolvenzantrag

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Batteriewecheselsystem von Better Place
Quelle: Better Place

Der israelische Elektromobilitätspionier Better Place hat Insolvenz angemeldet. Der bereits Ende Mai eingeleitete Schritt wird seitens des Unternehmens mit dem ausbleibenden kommerziellen Erfolg seiner Batteriewechselstationen, die in Zusammenarbeit mit der französischen Automobilgruppe Renault SA entwickelt wurden, begründet.

Der finanzielle Zusammenbruch von Better Place, das zu 28 Prozent dem Wirtschaftskonglomerat Isreal Corp gehört, ist ein Schlag für Renault und dessen Vorstandsvorsitzenden Carlos Ghosn. Er hatte die Technik zu einem der Eckpfeiler für die ambitionierte Elektromobilitäts-Strategie des französischen Autobauers erklärt.

Der israelische Unternehmer und ehemaliger SAP-Vorstand Shai Agassi hatte Better Place 2007 gegründet. Das Unternehmen entwickelte ein System, das den Besitzern von Elektrofahrzeugen den Austausch der Batterien ihrer Fahrzeuge an Servicestationen ermöglichte. Dieser Vorgang dauert ungefähr so lange, wie das Füllen des Tanks bei einem regulären Fahrzeug. Das „Quick Drop“-System sollte eine der Haupthürden für die Verbreitung von Elektrofahrzeugen – die langen Ladezeiten der Batterien – beseitigen.

Better Place hat rund 850 Mio. USD von Investoren wie General Electric, HSBC und Israel Corp eingesammelt. Die ersten Fahrzeuge mit der Better-Place-Technologie waren die Renault Fluence ZE Limousinen. Das Projekt hatte weltweit für Aufmerksamkeit gesorgt, da Agassi zu einer der vom Time Magazine gewählten Personen des Jahres 2009 zählte und der israelische Präsident Shimon Peres häufig öffentlich über das Projekt gesprochen hat. Der Politiker bezeichnete das Projekt als Schritt zur energetischen Unabhängigkeit des Landes.

Ende 2012 kündigte Better Place die Suche nach einem neuen Investor an und räumte ein, nicht so viele Fahrzeuge wie geplant verkauft zu haben. Zur gleichen Zeit kehrte Agassi dem Unternehmen den Rücken. Sein Nachfolger, Evan Thornley, gab nach zwei Monaten auf. Anfang Mai gab Renault bekannt, neben dem Fluence keine weiteren Fahrzeuge mit der Technologie auszustatten. Zu dieser Zeit startete mit dem Renault ZOE der erste aufladbare Kleinwagen im französischen Markt.

Wie die Nachrichtenagentur „Dow Jones“ berichtet, sei Better Place unter anderem ins Straucheln geraten, weil das Unternehmen nur ein paar Dutzend Wechselstationen in Israel und Dänemark installiert hatte. Gleichzeitig waren die angepassten Fluence Limousinen wenig gefragt, lokale Konsumenten zogen eher Kleinwagen vor. Das Batteriewechselsystem konnte zudem nicht auf andere Fahrzeuge übertragen werden.

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