E-Mobilität: Ladeinfrastruktur für Bürger entscheidend

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Die Bundesbürger erwarten von der Politik mit Blick auf die Elektromobilität vor allem Maßnahmen zum flächendeckenden Ausbau von Elektrotankstellen und Ladesäulen. Das hat eine repräsentative Umfrage des IT-Verbands Bitkom ergeben. Demnach sprachen sich drei von vier Befragten (74 Prozent) für entsprechende Instrumente aus. Mit deutlichem Abstand folgen dahinter finanzielle Kaufanreize wie höhere Kaufprämien für Elektroautos (48 Prozent), Steuerprivilegien für E-Fahrzeuge (45 Prozent) oder eine Abwrackprämie für Autos mit Verbrennungsmotor (19 Prozent).

Jeder Dritte (36 Prozent) hält Privilegien im Straßenverkehr für E-Autos für ein geeignetes Mittel, etwa kostenloses Parken oder die Erlaubnis zur Nutzung von Busspuren. Nur eine Minderheit würde zu drastischen Mitteln wie einer Quote für E-Autos oder Fahrverboten für Autos mit Verbrennungsmotor (je 8 Prozent) greifen. „Die Bürger glauben offenbar daran, dass sich E-Autos durchsetzen, sobald die Ladeinfrastruktur steht“, sagt Rohleder. „Dieses Henne-Ei-Problem müssen wir jetzt lösen. Verbote und Quoten sollten dann überflüssig werden.“

Politik und Automobilhersteller in der Verantwortung

Die Bundesbürger sehen Politik und Hersteller gleichermaßen in der Pflicht, die Elektromobilität voranzubringen. So sehen 40 Prozent der Deutschen die Automobilhersteller am stärksten in der Verantwortung, 42 Prozent die Politik. Mit großem Abstand folgen dahinter die Verbraucher selbst (11 Prozent), Umweltverbände (3 Prozent) und Automobilclubs (2 Prozent). Damit eine Verkehrswende in Richtung Elektromobilität möglich werde, müsse die Infrastruktur für E-Mobilität in kurzer Zeit aufgebaut werden, betont Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. „Dazu müssen Politik, etablierte Automobilhersteller, Energieversorger und nicht zuletzt Digitalunternehmen und Start-ups eng zusammenarbeiten.“

Eine Mehrheit der Bevölkerung ist sich der Umfrage zufolge sicher, dass bereits in wenigen Jahren Elektroautos unser Leben verändert haben werden. Bereits 2030 werden nach Ansicht von drei Viertel (76 Prozent) der Befragten E-Autos den Verkehrslärm und die Umweltverschmutzung in Ballungsräumen merkbar reduziert haben. Zwei Drittel (65 Prozent) sind sich sicher, dass es dann ein flächendeckendes Netz an E-Tankstellen und Ladesäulen geben wird. Und mehr als jeder Zweite (56 Prozent) geht davon aus, dass Elektroautos 2030 deutlich günstiger sein werden als heute – und dass es in den meisten deutschen Innenstädten ein Fahrverbot für Autos mit Verbrennungsmotor geben wird (54 Prozent).

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