„Die Energiewende braucht einen Solar-Boom.“ Das sagt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft hat heute eine PV-Strategie vorgelegt, die die Anhebung der Ausbauziele von 100 auf mindestens 150 GW bis 2030 vorsieht und die hierfür notwendigen Weichenstellungen aufzeigt. Denn: Die Energiewende und das Ziel der Klimaneutralität benötigen mehr Erneuerbare Energien. Wesentliche Bausteine sind hier Windenergie und Photovoltaik. (Titelbild: ©rost9 – stock.adobe.com)

Die Bedeutung der Photovoltaik wird dem Verband zufolge bislang noch deutlich unterschätzt. Es sei notwendig und möglich, das PV-Ausbauziel auf mindestens 150 GW bis 2030 anzuheben. Das entspreche einem jährlichen Zubau von mindestens 10 GW. Die Ausschreibungsvolumina für PV Dach- und Freiflächenanlagen sollten auf jeweils mindestens 5 GW erhöht werden. „Uns allen muss klar sein: Die neuen Klimaziele sind äußerst ambitioniert. Entscheidend ist, dass die praktische Umsetzung ermöglicht wird. Es geht jetzt ums Ganze, Trippelschritte beim Erneuerbaren-Ausbau bringen uns nicht mehr weiter“, so Andreae.

Eine Zubaurate von mindestens 10 GW pro Jahr sei ein absolutes Novum. Aber auch mit oder gerade wegen dieses hochambitionierten Ziels sei es entscheidend, dass der Zubau strukturiert und systemverträglich erfolge. „Wir brauchen hier einen konsistenten Instrumentenmix aus finanziellen Anreizen für Unternehmen und Bürger, spürbar mehr Flexibilität bei der Wahl der Nutzung des erzeugten Stroms und eine deutliche Entbürokratisierung rund um den Bau und die Nutzung von PV-Anlagen“, so Andreae.

„PV-Ausbau darf nicht an fehlenden Flächen scheitern“

Der Photovoltaik-Ausbau dürfe nicht an fehlenden Flächen scheitern. Deshalb müsse man auch auf innovative Konzepte wie Agri-PV oder schwimmende Solar-Anlagen setzen. Der BDEW nimmt aber auch die Bundesländer in die Pflicht: Sie sollten die Länderöffnungsklausel nutzen, um mehr Flächen für die Photovoltaik zu erschließen. Alternativ müsse der Bund eine einheitliche Lösung schaffen, heißt es.

Zudem gelte es, Hemmschwellen für die Dachflächen-Photovoltaik zu beseitigen. Es müsse attraktiver für Haushalte und Gewerbe werden, eine PV-Anlage aufs Dach zu montieren. Deshalb sollten die Anlagenbetreiber die Wahl haben, wie sie den regenerativen Strom nutzen: Zum Eigenverbrauch, für die Belieferung an Dritte im Wohn-Quartier oder zur Vermarktung des Stroms an der Börse. Schließlich müsse der Ausbau der Photovoltaik zu einem gesamtgesellschaftlichen Projekt werden, so der BDEW. Prosuming werde in der Energieversorgung der Zukunft eine wichtige Rolle spielen.

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