Der Anstieg der Energiepreise hat sich laut ECF im Oktober deutlich beschleunigt

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Nach dem zwischenzeitlichen Hoch an den internationalen Ölmärkten hat sich auch der Anstieg der Energiepreise für Deutschlands Verbraucher im Oktober 2016 deutlich beschleunigt. Im Schnitt legten die Preise für alle Energiearten um 1,5 Prozent gegenüber September zu. Im September hatte der Anstieg bereits bei 0,7 Prozent gelegen. Mittlerweile sind die Kurse für Rohöl an den internationalen Märkten allerdings schon wieder gefallen, was sich dämpfend auf die Energieteuerung im November auswirken wird. Dies ergibt die jüngste Auswertung des Energiepreismonitors der European Climate Foundation (ECF). Die Ölkurse waren deutlichen angezogen, nachdem die Ölförderstaaten der OPEC Ende September beschlossen hatten, ihre Produktion etwas zu drosseln. Daraufhin waren die Preise für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent von rund 45 auf mehr als 50 US-Dollar gestiegen. Im Schnitt lagen sie im Oktober bei 51,4 US-Dollar, verweist ECF auf Berechnungen des Hamburger HWWI-Institut in seiner monatlichen Analyse der Rohstoffmärkte. Für Deutschlands Energieverbraucher machte sich dies in einem Anstieg der Preise für Kraftstoffe von 2,4 Prozent bemerkbar; im September hatte es hier bereits ein Plus von 1,5 Prozent zum Vormonat gegeben, heißt es. Für Heizöl mussten die Konsumenten sogar 11,2 Prozent mehr zahlen. Kraftstoffe und Heizöl machen dabei fast die Hälfte (gut 46 Prozent) der Energierechnung deutscher Verbraucher aus. Dass die Energiepreise insgesamt nicht noch stärker stiegen, sei unter anderem auf die Entwicklung der Gaspreise zurückzuführen. Hier hatten die Anbieter lange Zeit nur sehr zögerlich die schon länger sinkenden Einkaufspreise weitergegeben. Nun fielen die Gaspreise allein um 0,8 Prozent gegenüber September. Im Verlauf der vergangenen zwölf Monate ergibt sich mittlerweile sogar ein Rückgang von knapp vier Prozent. So wenig wie jetzt mussten die Verbraucher für Gas zuletzt im August 2011 ausgeben. Entlastend wirkte im Oktober auch der Trend bei den Preisen für Zentralheizung und Fernwärme. Sie lagen gegenüber September um 0,4 Prozent niedriger, gegenüber Vorjahr mittlerweile sogar um 7,5 Prozent. Für Zentralheizung und Fernwärme müssen die Verbraucher damit so wenig ausgeben wie zuletzt vor mehr als sechs Jahren, im Sommer 2010. Gegen eine anhaltende Beschleunigung der Energieteuerung spricht auch die erneute Wendung an den Rohstoffmärkten. Nach dem spürbaren Anstieg in der ersten Oktoberhälfte sind die Kurse für Öl seitdem schon wieder deutlich gesunken. Mitte November wurde Brent erstmals sogar wieder unter 45 US-Dollar je Barrel gehandelt. Das ist weniger als die Hälfte des Kurses, der noch bis Mitte 2014 für einige Jahre gang und gäbe war. Auch die deutschen Energiepreise blieben trotz des zwischenzeitlichen Wiederanstiegs im Oktober noch rund 13 Prozent unter früheren Hochs. Der Energiepreis-Monitor der European Climate Foundation wird seit Oktober 2014 monatlich erstellt, um die Entwicklungen der Verbraucherpreise für Energie in Deutschland zu beobachten. Die Daten basieren – sofern nicht anders angegeben – auf den amtlichen Erhebungen des Statistischen Bundesamts (Destatis) und des EU-Statistikamtes (Eurostat).

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