Dena startet Projekt Urbane Energiewende und erarbeitet einen Orientierungsrahmen

Unternehmen sind zur Beteiligung aufgerufen

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Stadthaus-im-Quartier
Quelle: Martin Lang - stock.adobe.com

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat das Projekt Urbane Energiewende gestartet und erarbeitet derzeit mit Partnern aus der Wirtschaft Empfehlungen für einen strategischen und politischen Orientierungsrahmen. Mit an Bord sind Stadtwerke und Energieversorger, Technologieanbieter und IT-Dienstleister, Wohnungsgesellschaften und Mobilitätsanbieter sowie Logistik- und Handelsunternehmen, berichtet die dena.

Im Fokus stehen Herausforderungen wie die Suche nach geeigneten Technologien und Geschäftsmodellen, die zunehmende Digitalisierung sowie die Weiterentwicklung von Infrastrukturen. Unternehmen, die sich noch am Projekt beteiligen möchten, seien herzlich willkommen.

 Internationaler Zukunftsmarkt

Die internationale Tragweite des Themas ist laut der dena kaum zu überschätzen. Schon heute leben mehr als die Hälfte aller Menschen in Städten, bis zum Jahr 2050 sollen es sieben von zehn sein. Ein eindrückliches Beispiel ist China. Hier geht die Regierung davon aus, dass bis 2020 bereits 60 Prozent der Bevölkerung in Städten wohnen, rund 800 Millionen Menschen. Das Interesse der Regierung ist groß, die Urbanisierung in nachhaltige Bahnen zu lenken: kompakt, intelligent, grün, emissionsarm.

Entsprechendes Know-how sei dabei sehr gefragt. Die dena arbeite bereits eng mit der „Chinese Society for Urban Studies (CSUS)“ zusammen, dem Thinktank des chinesischen Staatsrats und Bauministeriums, und begleite die Entwicklung von ausgewählten Eco-Cities in China. Neben der Reduzierung der Emissionen geh es dabei auch um nachhaltiges Stadtmanagement und Märkte für energieeffiziente Produkte und Dienstleistungen.

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Städte gelten als Schlüssel für die Energiewende

Städte gelten laut dena-Chef Andreas Kuhlmann nicht nur als ein Schlüssel für Energiewende und Klimaschutz sondern auch als ein weltweiter Zukunftsmarkt für innovative Unternehmen. Deutschland habe als Wegbereiter der Energiewende und vielfältiger Industriestandort hervorragende Voraussetzungen, hier einen wichtigen Beitrag zu leisten. „Doch dazu gehört, dass wir in Deutschland die urbane Energiewende entschlossen voranbringen. Dass wir zeigen, wie sich die Potenziale für lebenswerte Städte, Energiewende, Klimaschutz und Innovation erschließen lassen. Auch das gehört zu den Zielen des dena-Projekts Urbane Energiewende“, so Kuhlmann.

Einen Vorschlag, um urbane Zentren in die Energiewende einzubeziehen, haben die Länder Berlin und Thüringen kürzlich in den Bundesrat eingebracht. Das hält die dena für eine gute Idee, denn Städte seien nicht nur verantwortlich für einen großen Teil des Energieverbrauchs und der Treibhausgasemissionen, sie seien auch Testlabore für integrierte Lösungen und damit der Schlüssel für eine erfolgreiche Energiewende. Die Bundesratsinitiative zielt insbesondere darauf ab, Solaranlagen auf Dächern auszubauen, die Bedingungen für Mieterstrom zu verbessern und überschüssigen Strom für die Wärmegewinnung zu nutzen. Das seien zwar gute Ansätze, aber in Städten stecke noch mehr Potenzial.

Ansatz der integrierten Energiewende

Die urbane Energiewende überträgt den ganzheitlichen Ansatz der integrierten Energiewende auf das Energiesystem Stadt. Integrierte Energiewende bedeutet, dass die verschiedenen technischen Anlagen, Infrastrukturen und Märkte aus den unterschiedlichen Sektoren Energie, Industrie, Gebäude und Verkehr aufeinander abgestimmt und in ein optimiertes, intelligentes System überführt werden.

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