Vor dreieinhalb Jahren war es für die Industrie schon ein großer Schritt, für das Jahr 2050 ein 80-prozentiges Treibhausgasemissionsziel ins Auge zu fassen. Eine Studie des BDI hielt damals auch eine 95-prozentige Einsparung für möglich, die sich allerdings „an der Grenze absehbarer technischer Machbarkeit und heutiger gesellschaftlicher Akzeptanz“ bewege. Heute ist klar: es muss viel schneller gehen. Aktuell wird auch von der Politik das Jahr 2045 als Zeitpunkt für Netto-Null-Emissionen in den Blick genommen. (Quelle für Beitragsgraphik: dena)

Titelthema der neuen Ausgabe 41.2021 von EUWID Neue Energie ist die jetzt vorgestellte dena-Leitstudie „Aufbruch Klimaneutralität“. Sie widmet sich der Frage, wie Technologiepfade und Rahmenbedingungen ausgestaltet werden müssen, um das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 zu schaffen. Die dena beschreibt vier Säulen, auf denen das zu entwickelnde Dekarbonisierungssystem fußt. Grundlage ist ein massiver Ausbau der erneuerbaren Energien. Wasserstoff und Powerfuels werden bis 2030 nur eine geringe Rolle spielen, danach sieht die dena eine deutlich wachsende Bedeutung von Wasserstoff. Auch die Bioenergie spielt im Dekarbonisierungsansatz der dena eine Rolle.

Auf die nächste Bundesregierung werden viele Aufgaben zukommen – und sie muss schnell handeln. Das fordert nicht nur der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE), der die Zutaten für ein 100-Tage-Programm in einem aktuellen Papier zusammengetragen hat.

Auch aus der Wirtschaft kommt die Forderung nach einer „Umsetzungsoffensive“. „Die neue Bundesregierung muss jetzt den Rahmen setzen, damit wir als Unternehmer Klimaneutralität zum Markenzeichen der deutschen Wirtschaft machen können“, sagt Michael Otto, Präsident der Stiftung und Aufsichtsratsvorsitzender der Otto Group.

 

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