Eineinhalb Jahre ist das EEG 2017 nun in Kraft – Zeit, ein Zwischenfazit zu ziehen. Dies hat das Bundeswirtschaftsministerium nun in seinem „EEG-Erfahrungsbericht“ getan. Manches hat aus Sicht des BMWi gut funktioniert beim weitgehenden Umstieg auf Ausschreibungen als Instrument zur Festlegung der Vergütung von Strom aus erneuerbaren Energien. Manches ist dagegen schief gelaufen.

Als Erfolg kann das BMWi verbuchen, dass die Höhe der Förderung in allen Technologiebereichen gesunken ist und damit eines der Ziele des Paradigmenwechsels erreicht wurde. Aber auch dies hat seinen Preis: Fragezeichen stehen etwa bei der Akteursvielfalt im Bereich der Photovoltaik, große Fragen wirft die missglückte Bürgerenergie-Definition im EEG 2017 auf mit ihren noch nicht absehbaren Konsequenzen auf den Ausbau der Windenergie an Land in den kommenden beiden Jahren. Und die Bioenergiebranche sieht schwarz, wenn die Bedingungen für die Ausschreibungen in diesem Technologiesegment nicht verändert werden.

Dem EEG-Erfahrungsbericht ist ein ausführlicher Titelbereich der heute erschienenen Ausgabe 28/2018 von EUWID Neue Energie gewidmet. Der Titeltext selbst gibt einen Überblick über den Status und die Bewertung der Ausschreibungen in den Bereichen Photovoltaik, Wind onshore und Bioenergie. Die Redaktion hat zudem im Rahmen der EUWID-Serie zu Post-EEG-Anlagen herausgearbeitet, welche Perspektiven der EEG-Erfahrungsbericht mit Blick auf den Weiterbetrieb von Windenergie-Anlagen nach dem Auslaufen der individuellen EEG-Förderung sieht.

Ein dritter Artikel zum EEG-Erfahrungsbericht befasst sich mit den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Zubau von Bioenergieanlagen. Unter dem derzeitigen Ausschreibungsdesign nach dem EEG 2017 erscheint ein Zubau von NawaRo-Biogasanlagen und Holzvergasern unwahrscheinlich. Abfall-Biogasanlagen, Kleingülle-Biogasanlagen und Biomasseheizkraftwerke könnten hingegen unter bestimmten Voraussetzungen zugebaut werden.

In einer digitalisierten Welt gewinnt nicht der, der produziert, sondern der, der verbindet.

Ein Schwerpunktthema der neuen Ausgabe von EUWID Neue Energie ist auch diesmal die Digitalisierung. Frank Zeeb, Vorstandschef von Alliander, hat für EUWID sieben Thesen zum Thema Digital Leadership in der Energiewirtschaft formuliert. Er macht deutlich, dass es kein starres Konzept gibt, mit dem man der Digitalisierung begegnen kann – ganz im Gegenteil. „Nicht Fehlervermeidung, sondern Ausprobieren sollten ein wichtiges Credo darstellen“, sagt Zeeb. Und: „In einer digitalisierten Welt gewinnt nicht der, der produziert, sondern der, der verbindet.“

Redaktionsempfehlung: Das sollten Sie in jedem Fall lesen:

2Auf dem Holzweg: Düstere Perspektiven für NawaRo-Biogas und Holzvergaser

3Weichenstellung für die Zeit danach: Was die Windbranche fordert – und warum

4Der richtige Mindset für die Digitalisierung: Machen und Ausprobieren

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