Die beiden Geothermiekraftwerke der Daldrup & Söhne AG in Taufkirchen und Landau produzieren Strom, der über die EEG-Einspeisetarife vergütet wird. Der Daldrup-Konzern geht für das Geschäftsjahr 2018 von erstmals nennenswerten Umsätzen und Erträgen aus dem Kraftwerksbetrieb aus und bestätigte jetzt seine Prognose von rund 5 Mio. € Umsatz und 1 Mio. € Ebit. Damit hat das Unternehmen eigenen Angaben zufolge sein strategisches Ziel erreicht und ist nun auch Energieversorger.

Nach der ersten Einspeisung von Strom aus dem Kraftwerk Taufkirchen Ende März 2018 hat Daldrup über ihre Tochtergesellschaft Geysir Europe nach weiteren Betriebstests technische Optimierungen – u.a. an Generator und Turbine – vorgenommen. Die Arbeiten wurden inzwischen abgeschlossen. Das Kraftwerk ist am Netz. Ein zweiter Verdampfer für die Stromproduktion wurde bestellt.

Der Vorstand geht davon aus, die volle Stromerzeugungskapazität im ersten Halbjahr 2019 ans Netz zu bringen. So könne das Unternehmen die Heizperiode 2018/2019 für den vollen Wärmeabsatz an die Gemeinden Oberhaching und Taufkirchen nutzen.

Anfang 2018 hat die Geysir Europe die 35 Prozent Anteile der Axpo Power AG an der Projektgesellschaft Taufkirchen erworben. Auf Konzernebene hält die Daldrup & Söhne AG damit 55 Prozent der Anteile.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Vorstand aus dem Strom- und Wärmeverkauf in Taufkirchen auf Konzernebene mit einem Umsatzbeitrag von rund 2,6 Mio. € und einer Ebit-Marge von rund 31 Prozent.

Landau mit wirtschaftlich sehr zufriedenstellenden Ergebnissen

Zum Kraftwerk Landau teilte Daldrup mit, dass hier seit Aufnahme des Betriebs im vierten Quartal 2017 wirtschaftlich sehr erfolgreich Strom produziert werde. Für 2018 geht der Vorstand von einem Umsatz auf Kraftwerksebene in Höhe von rund 2,4 Mio. € und einer Ebit-Marge von rund 5 Prozent aus dem Stromverkauf aus.

Ende 2017 hatte die Geysir Europe die 50 Prozent Anteile der Pfalzwerke AG am Kraftwerk übernommen. Auf Konzernebene hält Daldrup damit 67 Prozent am Kraftwerk. Darüber hinaus bestehe die Option, von der EnergieSüdwest AG die restlichen 10 Prozent an der Betreibergesellschaft zu übernehmen.

Beginn der Bohrarbeiten für das Kraftwerk in Neuried im Jahr 2019 absehbar

Für das geplante Geothermiekraftwerk Neuried im Ortenaukreis ist der Genehmigungsprozess mit dem Regierungspräsidium Freiburg laut Daldrup neu aufgenommen worden. Das Beteiligungsverfahren mit den Gemeinden sei abgeschlossen, die Feinplanung erfolge in enger Abstimmung mit dem Regierungspräsidium und es werde auch eine Informationsveranstaltung für die Bürger geben. Gespräche mit Finanzinvestoren für die Beteiligung an der Projektgesellschaft seien weit fortgeschritten, heißt es. Der Vorstand geht davon aus, in der ersten Hälfte 2019 mit dem Bohrplatzbau beginnen zu können.

Heizwerk Puchheim soll mit Finanzinvestoren realisiert werden

Das Geothermieprojekt Puchheim werde ohne Beteiligung der Stadt Puchheim an der Projektgesellschaft weiter verfolgt. Die Bürger hatten sich in einem Bürgerentscheid gegen eine solche Beteiligung ausgesprochen. Unabhängig davon will die Daldrup-Gruppe das Projekt mit Finanzinvestoren weiter verfolgen.

Der Auftragsbestand aus dem In- und Ausland im Bohrdienstleistungsgeschäft hat sich Konzernangaben zufolge Ende August weiter auf 63 Mio. € erhöht (Ende Mai 2018: 49 Mio. €). Das Bohrgeschäft sei bis über das Jahr 2019 hinaus ausgelastet.

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