Daimler legt Grundstein für 500-Mio.-€-Fabrik zur Herstellung von Li-Ion-Batterien

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Die Daimler AG hat jetzt in Kamenz den Grundstein für eine 500 Mio. € teure Fabrik für Lithium-Ionen-Fabrik gelegt. Begonnen hatten die Bauarbeiten bereits im vergangenen Herbst (EUWID 44/2016).

„Die Batteriefabrik in Kamenz ist ein wichtiger Bestandteil in der Umsetzung unserer Elektrooffensive“, sagte Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars. Bis 2022 werde man mehr als zehn reine Elektroautos in Serie haben. Auch die Hybridisierung unserer Flotte will Daimler vorantreiben. Unter der Marke EQ wollen die Schwaben ein „ganzheitliches Ökosystem für die E-Mobilität“ schaffen. „Mit der zweiten Batteriefabrik in Kamenz geben wir die Initialzündung für den Aufbau der ersten Premium eBattery-Factory“, sagte Markus Schäfer, Mitglied des Bereichsvorstands Mercedes-Benz Cars. Die lokale Fertigung von Batterien sei ein wichtiger Erfolgsfaktor in unserer Elektrooffensive und „der entscheidende Baustein, um die weltweite Nachfrage nach Elektrofahrzeugen flexibel und effizient zu bedienen“.

Neue Fertigungsstätte für Lithium-Ionen-Batterien soll Mitte 2018 Betrieb aufnehmen

Mitte 2018 soll das neue Produktionswerk im rund 50 Kilometer von Dresden gelegenen Kamenz in Betrieb genommen werden. Das rund 20 Hektar große Grundstück liegt in unmittelbarer Nähe der bestehenden Batteriefabrik. Durch die Erweiterung vervierfacht sich die Produktions- und Logistikfläche in Kamenz auf insgesamt rund 80.000 m². Accumotive werde die Anzahl der Mitarbeiter am Standort in den nächsten Jahren schrittweise erhöhen, heißt es. Bis Ende der Dekade wird Accumotive den Planungen zufolge 1.000 Mitarbeiter beschäftigen und somit die Mitarbeiterzahl gegenüber dem heutigen Stand mehr als verdoppeln. Bis heute habe Accumotive mehr als 80.000 Batterien auf Basis der Lithium-Ionen-Technologie geliefert, sagte Frank Blome, Geschäftsführer der Deutschen Accumotive GmbH & Co. KG. Die zweite Batteriefabrik ist als CO2-neutrale Fabrik konzipiert. Ein Blockheizkraftwerk und eine Photovoltaik-Anlage werden in Verbindung mit stationären Batteriespeichern die Produktionsanlagen mit Energie versorgen. Die neue Batteriefabrik werde zudem mit modernsten Anlagen und Technologien Maßstäbe im Bereich Industrie 4.0 setzen.

Elektromobilität: Daimler rechnet mit Anteil von 15 bis 25 E-Fahrzeugen am Absatz im Jahr 2025

Bis 2022 sollen mehr als zehn neue Elektroautos in Serie gehen, vom smart bis zum SUV. Zehn Mrd. € fließen nach Konzernangaben in den nächsten Jahren in den Ausbau der Elektroflotte. Die neuen Elektrofahrzeuge sollen innerhalb des globalen Produktionsnetzwerks von Mercedes-Benz Cars mit Standorten auf vier Kontinenten produziert werden. Das erste EQ-Serienfahrzeug wird zum Ende der Dekade im Mercedes-Benz Werk Bremen vom Band laufen. Künftig werden außerdem im Werk Sindelfingen EQ-Modelle der Ober- und Luxusklasse gefertigt. Das Unternehmen geht davon aus, dass 2025 der Anteil der Elektromodelle am Gesamtabsatz von Mercedes-Benz zwischen 15 und 25 Prozent liegen wird. Neben Antriebsbatterien für Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeuge werden bei Accumotive Batterien für die stationären Mercedes-Benz Energiespeicher sowie für 48-Volt-Systeme produziert. Das 48-Volt-Bordnetz wird erstmalig in der neuen Generation der S-Klasse eingesetzt und soll dann sukzessive in verschiedenen Baureihen Verwendung finden.

Elektrifizierung der Nutzfahrzeug-Sparten wird vorangetrieben

Auch die Nutzfahrzeug-Sparten von Daimler treiben setzen auf die Elektrifizierung ihres Portfolios. Nach dem Vito E-Cell aus dem Jahr 2011 will Mercedes-Benz Vans ab dem kommenden Jahr mit Elektro-Transportern in Serie gehen. Sowohl Vito als auch Sprinter sollen mit Antriebsbatterien aus Kamenz ausgerüstet werden. Daimler Trucks werde noch in diesem Jahr mit einer Kleinserie des Fuso eCanter starten. Dabei handele sich dabei um die dritte Generation des weltweit ersten rein elektrisch angetriebenen leichten Lkw. Fuso setzt für den eCanter ebenfalls auf Antriebsbatterien aus Kamenz. Je nach Aufbau, Beladung sowie Einsatzprofil sei mit dem 7,5-Tonner eine Reichweite von mehr als 100 km ohne stationäres Nachladen möglich. Die ersten 150 Einheiten gehen an Kunden in Japan, Europa und USA. Ebenfalls noch im laufenden Jahr soll die Kundenerprobung des Urban eTruck beginnen, dem „weltweit ersten vollelektrischen schweren Verteiler-Lkw“, wie es heißt. Daimler Buses bringe im nächsten Jahr einen vollelektrischen Mercedes-Benz Stadtbus in die Serienproduktion. Prototypen seien bereits auf der Straße unterwegs.

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