DAA widerspricht BDH: Baden-Württemberg führend bei Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien

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Baden-Württemberg ist führend bei Öko-Heizungen. Das erklärte jetzt die Deutsche Auftragsagentur GmbH (DAA) aus Hamburg, nach eigenen Angaben deutschlandweit einer der größten Anfragevermittler im Heizungsbereich. Sie kontert damit einer vom Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) im Februar lancierten Meldung, in der von einem deutlichen Zurückfallen der Heizungsmodernisierungen in Baden-Württemberg die Rede ist. Damit habe der BDH nicht nur im betroffenen Bundesland für Aufsehen gesorgt. Die DAA habe die Schlussfolgerung der BDH-Studie nun auf Basis von 50.000 Angebotsanfragen innerhalb eines Bundeslandvergleichs überprüft.

Das Ergebnis sei, dass im vergangenen Jahr in keinem anderen Bundesland so viele Anfragen für erneuerbare Heizsysteme gestellt worden seien wie in Baden-Württemberg. Nach Angaben der DAA wurden jedoch im Verhältnis zur Anzahl der Bundeslandbewohner im Jahr 2016 in Baden-Württemberg überdurchschnittlich viele Anfragen zur Neuinstallation, zum Austausch oder zur Reparatur und Wartung einer Heizung gestellt. Ein in Baden-Württemberg im Bundeslandvergleich deutlich höherer Sanierungsstau lasse sich daher nicht bestätigen. Die überdurchschnittlich vielen Angebotsanfragen ließen eher den Schluss zu, dass Baden-Württemberg in 2016 progressiv den Modernisierungsstau angegangen sei, so der Anfragevermittler.

Die weitere Differenzierung der bundesweit in 2016 abgegebenen Angebotsanfragen nach Heizungssystemen habe zudem deutlich gezeigt, dass gerade in Baden-Württemberg von allen Bundesländern am meisten Anfragen nach erneuerbaren Heizungssystemen wie Wärmepumpen und Pelletheizungen abgegeben wurden und am wenigsten Anfragen nach fossilen Heizungen wie Gas- oder Ölheizungen. Angaben der DAA zufolge hatten 38 Prozent der Heizungsnachfragen in Baden-Württemberg Öko-Heizungen zum Inhalt, 27 Prozent erneuerbare Heizsysteme und elf Prozent Heizungen mit Solarthermie-Unterstützung. Zu den Top 5 der deutschen Bundesländer zählen nach Baden-Württemberg (Platz 1) Bayern, Sachsen, Thüringen und Brandenburg. Das Schlusslicht bildet Hamburg mit einem Anteil von 1 Prozent an Nachfragen nach Öko-Heizungen.

Der BDH sieht für das deutliche Zurückfallen der Heizungsmodernisierungen in Baden-Württemberg im Vergleich zum Bundesdurchschnitt einen wesentlichen Grund in der Verschärfung der Nutzungspflichten für erneuerbare Energien bei Heizungsmodernisierungen durch das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG) des Landes (EUWID 7/2017). Das Bundesland Baden-Württemberg sei bei der Heizungsmodernisierung vom bundesweiten Spitzenreiter zum Schlusslicht abgerutscht und lasse damit immense Effizienz- und CO2-Minderungspotenziale ungenutzt, hatte BDH-Präsident Manfred Greis geurteilt.

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