Quelle: Andreas Burmann/NportsVon links: Dr. Joachim Stietzel (Wirtschaftsförderung Cuxhaven), Olaf Lies (Niedersaechsischer Minister fuer Wirtschaft, Arbeits und Verkehr), Uwe Santjer (Mitglied des Niedersaechsischen Landtages), Holger Banik (Geschäftsführer der Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG sowie der JadeWeserPort Realisierungs GmbH & Co. KG), Enak Ferlemann (Parlamentarischer Staatssekretaer beim Bundesminister fuer Verkehr und digitale Infrastruktur), Hans-Gerd Janssen (Niederlassungsleiter Cuxhaven, Niedersachsen Ports), Ulrich Getsch (Oberbuergermeister der Stadt Cuxhaven).

Nach einer Bauzeit von nur 14 Monaten hat Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) in Cuxhaven Mitte August den neuen Liegeplatz 9.3 für das Deutsche Offshore-Industrie-Zentrum eingeweiht. Damit sei ein weiterer Meilenstein für den Standort Cuxhaven als Offshore-Basishafen erreicht, sagte Lies.

Der Liegeplatz 9.3 wurde durch Umbauarbeiten so ertüchtigt, dass über eine öffentliche Rampe Schwerlastverkehre mit mehr als 1.000 Tonnen Gewicht im RoRo-Verfahren (Roll on – Roll off) direkt auf RORO-Schiffe verladen werden können. Die Investitionskosten belaufen sich auf 9,5 Mio. €. Die Baumaßnahme wurde mit Unterstützung durch die Firmen bilfinger Marine & Offshore System aus Hamburg und Kurt Fredrich Spezialtiefbau aus Bremerhaven durchgeführt.

Bereits im Oktober sollen über die neue RoRo-Rampe 20 Jacket-Fundament-Strukturen für das Offshore-Projekt „Borkum Riffgrund 2“ angeliefert werden. Die Fundamente kommen aus Stettin über den Nord-Ostsee-Kanal zu je vier Stück auf einem Ponton und werden mit einem Modulfahrzeug (SPMT) mit eigenem Antrieb rollend vom Ponton entladen.

Foto: Andreas Burmann/Nports

Das Projekt hat eine geplante Laufzeit bis Ende März 2018. Nach Angaben der Hafengesellschaft Niedersachsen Ports zeichne sich zudem ab, dass die ersten in Cuxhaven gefertigten Maschinenhäuser im ersten Quartal 2018 über die Rampe des Liegeplatzes 9.3 ausgeliefert werden sollen. Der Liegeplatz hat eine Länge von 115 Metern und ist 55 Meter breit.

Man habe rechtzeitig optimale Bedingungen für die Offshore-Windenergiebranche in Cuxhaven geschaffen, freute sich Lies anlässlich der Einweihung des neuen Liegeplatzes weiter. „Neben Siemens haben sich mittlerweile zahlreiche Firmen aus dem Windenergiebereich in Cuxhaven angesiedelt.“ Nach Angaben von Minister Lies entstehen mehr als 1.000 Arbeitsplätze in der Region. Zudem sei der Bau des Liegeplatzes 4 in vollem Gange und könne noch in diesem Jahr in Betrieb genommen werden. Auch werde kurzfristig mit dem Ausbau des Liegeplatzes 9.1 begonnen.

Wirtschaftsminister Lies fordert Abschaffung des
Ausbaudeckels für die Offshore-Windenergie

Der Erhalt und Ausbau der Hafeninfrastruktur sei ein wesentlicher Bestandteil seiner Hafenpolitik, betonte Minister Lies. „Unsere Investitionen verfolgen alle das Ziel, den ‚Hafen Niedersachsen’, mit vielen spezialisierten Häfen, in seiner Gesamtheit zu stärken.“ Cuxhaven sei dabei in den letzten Jahren bewusst zum Offshore-Basishafen ausgebaut und das Deutsche Offshore-Industrie-Zentrums in seiner Entwicklung forciert und unterstützt worden.

Um das Deutsche Offshore-Industrie-Zentrum in Cuxhaven auch künftig auszulasten, warnt Lies davor den Ausbau der Offshore-Windenergie künstlich zu bremsen. „Der Deckel muss weg. Für das Jahr 2030 brauchen wir eine Ausbaukapazität von mindestens 20.000 Megawatt, und im nächsten Schritt bis 2035 gehe ich von 30.000 Megawatt aus. Ansonsten würden wir das Potenzial, das uns die Offshore-Windenergie für die Energiewende und den Klimaschutz bietet, nicht ausnutzen“.

Cuxhavener Appell 2.0

Diese Ausbauziele gehören auch zu den Eckpunkten des neuen Cuxhavener Appells 2.0, mit dem die fünf norddeutschen Küstenländern zusammen mit mehreren Hafenstädten, Verbänden und der IG Metall für einen forcierten Ausbau der Windkraftnutzung auf See werben und der Anfang September beschlossen werden soll. Schon einmal, im Jahr 2013, hatten die fünf Küstenländer Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Bremen mit dem ersten „Cuxhavener Appell“ Erfolg. Sie konnten eine Anhebung der Ausbauziele im „Erneuerbare Energien Gesetz“ (EEG) erreichen. Ziel der erneuerten Initiative ist es, die Offshore-Windenergie als Schlüsselbranche für ein Gelingen der Energiewende weiter zu stärken, betonte Wirtschaftsminister Lies in Cuxhaven.

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