Eine reiche Ausbeute an Wind- und Solarstrom, ein Preiskrieg zwischen den Erdöl fördernden Nationen und die Coronakrise obendrauf: Die Strompreise haben in dieser Gemengelage in den vergangenen Wochen massiv nachgegeben und bewegten sich im März am Spotmarkt im Bereich der Grundlast nur noch knapp oberhalb von 20 €/MWh. Für den Abschluss von Power Purchase Agreements (PPA) ist das kein ergiebiger Nährboden.

Wie es gegenwärtig um PPA steht, damit befasst sich der Titelbereich der jetzt erschienenen Ausgabe 15.2020 von EUWID Neue Energie. Die Situation ist kompliziert für die Anbahnung neuer PPA-Projekte. Grund für Schwarzmalerei sieht der Chef des PPA-Dienstleisters Pexapark, Luca Pedretti, indes nicht. Als langfristig angelegtes Instrument ist die Entscheidung über das Ob und Wie von PPA nicht zuletzt eine Frage von Erwartungen über die weitere Entwicklung. Gerade strategisch handelnde Akteure könnten in der jetzigen Phase durchaus profitieren.

Eine vergleichsweise neue Gruppe von Akteuren am PPA-Markt sind die großen Ölkonzerne. Juwi-Experte Björn Broda erläutert im EUWID-Interview, warum der Einstieg der kapitalstarken Ölmultis durchaus eine Chance für PPA und die Energiewende sein kann. Corona spielt aber auch in dieses Engagement hinein.

Derweil begeht die Energie(wende)branche das Jubiläum des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), das am 1. April 2000 in Kraft getreten ist. Das EEG hat als wirtschaftlicher Katalysator für die Entwicklung zentraler Energiewendetechnologie einen weltweiten Effekt gehabt, der in seiner Bedeutung kaum hoch genug einzuschätzen ist. Müßig ist die Debatte, ob andere Instrumente dies auch hätten schaffen können. Ein weltweiter Emissionshandel mag als theoretisches Konstrukt mit seiner konzeptionellen Reinheit bestechen, von einer Umsetzung war er von jeher sehr sehr weit entfernt. Das EEG hat dagegen Wirkung entfaltet und den Boden dafür bereitet, dass im ersten Quartal 2020 mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs in Deutschland aus regenerativen Energien beigesteuert wurde.

Der Ablauf der 20 Jahre seit dem Inkrafttreten des EEG bedeutet zugleich, dass die ersten Anlagenbetreiber in wenigen Monaten mit ihren Anlagen die Post-EEG-Phase erreichen. Der Münchner Energiedienstleister Green City hat jetzt einen interessanten neuen Tarif geschmiedet, der den Betreibern von Photovoltaikanlagen eine wirtschaftliche Perspektive für den eingespeisten Netzstrom bieten soll. (Nachweis für Beitragsbild: Nokhoog – stock.adobe.com)

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