Corona-Krise sorgt für Einbruch des Anfang 2020 guten Bioethanolabsatzes

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Bioethanol, Biokraftstoffe
Bildquelle: BDBe

Die Bioethanolbranche hat zu Beginn 2020 einen guten Start hingelegt: Aufgrund der von vier auf sechs Prozent gestiegenen Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) legte der Bioethanolverbrauch im Januar 2020 im Vergleich zum Dezember 2019 um knapp sechs Prozent zu. Das teilte der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) mit. Allerdings seien angesichts der seit März europaweit spürbaren Auswirkungen der Corona-Pandemie Prognosen für das gesamte laufende Jahr schwierig.

„Aktuell geht die Nachfrage nach Bioethanol zur Beimischung in Benzin in ganz Europa deutlich zurück, weil auch fossile Kraftstoffe wegen der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen weniger gefragt sind“, sagte BDBe-Geschäftsführer Stefan Walter. Gleichzeitig sei ein enormer Bedarf an Bioethanol als Grundstoff für die Herstellung von Desinfektionsmitteln festzustellen. „Für die Zeit nach der Corona-Pandemie wird es wichtig sein, den Beimischungsanteil von zertifiziert nachhaltigem Bioethanol im Benzin deutlich zu erhöhen: Durch Steigerung des Absatzes von Super E10 und durch die schnelle Markteinführung von Benzin mit mehr als zehn Prozent Bioethanolanteil“, so Walter.

Bioethanolproduktion sinkt 2019 um knapp 13 Prozent

Im Jahr 2019 verringerte sich die Bioethanolproduktion für die Kraftstoffanwendung um 12,8 Prozent auf rund 542.700 Tonnen. Die Gründe für diesen deutlichen Einbruch lagen dem BDBe zufolge unter anderem an einer Anpassung der Produktion an die anspruchsvollen Marktbedingungen zum Jahresbeginn 2019, die durch eine schwächere Nachfrage sowie volatile und sinkende Preise für Bioethanol gekennzeichnet waren.

Der Verbrauch von Bioethanol in Deutschland sank 2019 um 2,22 Prozent auf rund 1,161 Mio. Tonnen. Für den Rückgang sorgte in erster Linie ein deutlicher Einbruch beim Einsatz von Bioethanol zur ETBE-Erzeugung. Dazu wurden knapp 88.000 Tonnen Bioethanol und damit rund 20 Prozent weniger als im Vorjahr genutzt. Allerdings fällt dieser Einbruch beim Gesamtverbrauch nicht so ins Gewicht, das der Beimischungsanteil deutlich größer ist.

Die Verwendung von Bioethanol zur Beimischung zu den Benzinsorten Super E10, Super Plus und Super (E5) belief sich 2019 auf 1,073 Mio. Tonnen und blieb damit gegenüber 2018 mit 1,077 Mio. Tonnen annähernd konstant. „Positiv ist, dass das Vertrauen der Autofahrer in die Benzinsorte Super E10 wieder zugenommen hat, auch wenn der Bioethanolabsatz im vergangenen Jahr insgesamt stagnierte“, sagte BDBe-Geschäftsführer Walter.

Anteil von Bioethanol sinkt von 6,3 auf 6,1 Prozent

Der Absatz von Benzin bewegte sich mit rund 18,0 Mio. Tonnen annähernd auf Vorjahresniveau (2018: 17,8 Mio. Tonnen). Damit betrug der Anteil von Bioethanol in den Benzinsorten Super Plus, Super (E5) Super E10 und ETBE 6,1 Prozent. Im Jahr 2018 lag er noch bei 6,3 Prozent.

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