Rund ein Jahr nach dem offiziellen Start des Trianel Digital Lab ziehen die 40 mitwirkenden Stadtwerke eine positive Bilanz über ihre Zusammenarbeit in einem ersten kommunalen Innovation Lab.

„Viele Stadtwerke verfügen über wenig Erfahrung bei Digitalisierungsthemen und haben mehr Fragen als Antworten. Trianel als digitaler Inkubator leistet hier eine hervorragende Moderationsrolle bei der Lösungsfindung und treibt den Plattformgedanken der Digitalisierung voran“, stellt Thomas Gläßer, Geschäftsführer der Stadtwerke Lindau und Beiratsvorsitzender des Trianel Digital Lab, fest. 

Neben der inhaltlichen Aufarbeitung und Umsetzung von Digitalisierungsthemen habe sich das gemeinsame Erarbeiten und Erleben von Themen in den letzten Monaten bewährt. „Ein Fazit ist, dass über die konkreten Inhalte hinaus der stetige Austausch über die mit der Digitalisierung einhergehenden Wandelprozesse sowie neue Arbeitsweisen und Unternehmenskulturen entscheidend ist“, erläutert der Bereichsleiter Unternehmensentwicklung bei der Stadtwerke-Kooperation, Thorsten Seiferth.

Für diesen Austausch und die gemeinsame Weiterentwicklung der digitalen Agenda hätten sich gemeinsame Labortage als wertvolle Diskussionsforen etabliert. In den letzten zwölf Monaten wurden fünf Labortage durchgeführt.

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Erfolgreicher Abschluss von drei Pilotprojekten

Wesentlicher Bestandteil der Arbeit im Trianel Digital Lab ist die schnelle Umsetzung von Pilotprojekten in den Stadtwerken selbst. Bereits Ende 2017 wurden die ersten drei Pilotprojekte gestartet. Sie haben eine Laufzeit von zwei bis sechs Monaten. 

Bei der NEW AG aus Mönchengladbach wurden die Möglichkeiten von Chatbots getestet, d.h. von textbasierten Dialogsysteme, die das Chatten mit einem technischen System erlauben. „Technisch funktioniert der Einsatz von Chatbots gut, allerdings kommen hier die heutigen Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz an ihre Grenzen“, so Seiferth. Sehr gut ließen sich Chatbots für häufig gestellte Fragen trainieren, bei individuellen Anfragen bewähre sich noch die direkte Interaktion mit den Service-Mitarbeitern. „Die größte Kundennähe wird durch ein Hand in Hand arbeiten von Chatbot und persönlichen Kontakt erreicht“, so Seiferth. 

Datenqualität und Wahl der Analysemethodik entscheidend

Bei den Osterholzer Stadtwerken wurden die Möglichkeiten zur Wechselprävention durch modernste Data Analytics-Verfahren untersucht. „Eines der wichtigsten Ergebnisse dieses Projekts ist es, dass Datenqualität und die Wahl der Analysemethodik entscheidend sind“, erläutert Seiferth. 

Das dritte Pilotprojekt wurde gemeinsam mit den Stadtwerken Bonn umgesetzt. Hier wurde der Einsatz von Robotics Process Automation (Software-Roboter) getestet. „Der Einsatz von Robotics für klar definierte, häufig ablaufende Prozesse hat sich über den Projektverlauf sehr gut behauptet“, hebt Seiferth hervor. Robotics hilft Kosten einzusparen und erleichtert die tägliche Arbeit von Mitarbeitern, die sich weniger mit Routinearbeiten beschäftigen müssen. Die verwendeten Software-Roboter haben eine hohe Akzeptanz bei den Mitarbeitern und ermöglichen es, viele Arbeiten fehlerfreier und schneller abzuwickeln.

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Weitere Projekte gestartet

Wegen der großen Akzeptanz dieses Projekts wurde direkt ein weiteres Robotics-Projekt mit den Stadtwerken Herne und Solingen aufgelegt. Neben dem neuen Robotics-Projekt wurden zwei weitere Projekte gestartet. Hier werden Fragen digitaler Fußabdrücke sowie der Einsatz von IoT-Systemen (Internet of Things) in BHKWs untersucht. 

Mit den Stadtwerken Schwäbisch Hall und der EVH aus Halle wurden im zurückliegenden Jahr zudem noch zwei weitere Stadtwerke für die Zusammenarbeit im Trianel Digital Lab gewonnen. 

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