BVES: Regelenergieangebot zur Netzstabilisierung erhöhen

241
Stromtrasse über einem grünen Feld
Quelle: levelupart - stock.adobe.com

Um den häufiger auftretenden Frequenzabweichungen im Stromnetz zu begegnen, sollte das Regelenergieangebot erhöht werden. Entsprechende Vorschläge des Verbands europäischer Übertragungsnetzbetreiber (Entso-E) unterstützt der Bundesverband Energiespeichersysteme (BVES).

In den letzten fünf Jahren hätten die Frequenzabweichungen im Energiesystem in erheblichem Maße zugenommen, berichtet der BVES. Von 2014 bis 2019 hat sich die Zahl der Abweichungen von mehr als 75mHz demnach verdoppelt. Vermehrt seien dabei auch Abweichungen mit Werten von mindestens 200 mHz aufgetreten. „Allein im Januar 2020 wurden bereits 19 Abweichungen von über 100 mHz gemessen“, heißt es beim BVES. Diese gravierenden und häufiger auftretenden Frequenzschwankungen im Stromsystem gefährdeten zunehmend die Netzstabilität und Versorgungssicherheit.

Maßnahmen zur Entschärfung der Situation seien „dringend geboten“. Energiespeicher wie Batterien könnten in Sekundenschnelle auf Frequenzänderungen reagieren. Sie eigneten sich mithin hervorragend zur Gewährleistung von Frequenzstabilität und können die riskanten Vorfälle sicher entspannen.

Regelenergieangebot kurzfristig auf etwa 5.400 MW erhöhen

Der BVES begrüße die Erwägung von Entso-E, die Frequenzstabilität mithilfe der Einführung einer schnellen Regelreserve aus Speichern wieder zu steigern. Der BVES empfiehlt dabei einen zweistufigen Ansatz. Im ersten Schritt sollten, wie von Entso-E vorgeschlagen, zur kurzfristigen Stabilisierung des Systems schnell reagierende Energiespeicher in den Regelenergiemarkt gebracht und das Regelenergieangebot kurzfristig auf etwa 5.400 MW erhöht werden. Damit stünde wieder genügend Regelreserve (FCR, Frequency Containment Reserves bzw. PRL, Primärregelleistung) bereit, um schnell auf die riskanten Frequenzschwankungen ausgleichend zu reagieren.

Begleitend empfiehlt der BVES die Entwicklung langfristig verbesserter Rahmenbedingungen sowie neue Regelenergieprodukte wie eine der PRL vorgelagerte Fast Frequency Response Control (FFR), um mit den neuen technologischen Möglichkeiten die Systemstabilität effizient und kostengünstig zu sichern.

Auch interessant:

Ende des Mischpreisverfahrens: Sekundärregelenergie lohnt sich laut e2m wieder

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte Kommentar einfügen!
Bitte geben Sie Ihren Namen hier ein