Bundeswirtschaftsministerium schreibt Forschung zu „Batteriespeicher in Netzen“ aus

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Quelle: bluedesign - stock.adobe.com

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) will wissen, wie sich der massive Zubau von Solarstromspeichern auf deren Kosten sowie die Stromnetze ausgewirkt hat. Folglich hat das Ministerium den Forschungsauftrag „Batteriespeicher in Netzen“ ausgeschrieben. Ziel des Auftrags sei es zudem, mögliche Anwendungsfälle und die Wirtschaftlichkeit von dezentralen Batteriespeichern zu untersuchen und diesbezügliche Potentialabschätzungen vorzunehmen. Ein Angebot kann noch bis Dienstag, dem 23. Oktober 2018 abgegeben werden.

Hintergrund der Ausschreibung ist das Ziel der Bundesregierung bis 2025 40 bis 45 Prozent und bis 2035 einen Anteil von 55 bis 60 Prozent erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch zu erreichen. Stromsystem flexibler werden, damit die System- und Versorgungssicherheit weiterhin kostengünstig gewährleistet bleibt. Stromspeicher stellen eine von mehreren Optionen dar, um die Flexibilität des Stromsystems zu erhöhen. Batteriespeicher sind eine etablierte Speichertechnologie, die sich durch die derzeitigen und noch zu erwartenden Kostendegressionen neue Märkte erschließt und für viele Anwendungsbereiche interessant wird.

BMWi sieht Solarstromspeicher kritisch

Eine besonders hohe Verbreitung haben in den letzten Jahren Solarstromspeicher gefunden, in den kommenden Jahren erwartet das BMWi einen weiteren Zubau. Grund seien insbesondere die zu erwartenden Kostenreduktionen von Batteriespeichern. Im Wesentlichen beruhe die Finanzierung der Speicher jedoch auf dem begünstigten Eigenverbrauch von Strom aus der PV-Anlage, schreibt das BMWi. Aus diesem Grund laufe bereits länger eine Diskussion um den energiewirtschaftlichen Nutzen aus dem vermehrten Eigenverbrauch in der Kombination aus PV-Anlage und Batteriespeicher. Insbesondere sei die Rede von einer zunehmenden „Entsolidarisierung“ im Stromsystem.

Auftragnehmer soll Trend des Zubaus ermitteln

Folglich soll der Auftragnehmer den Trend des Zubaus von dezentralen Batteriespeichern ermitteln und qualitativ sowie quantitativ beschreiben sowie das in Deutschland vorhandene technische Ausbaupotential untersuchen. Auf Grundlage der ermittelten Zubauerwartungen soll er die Auswirkungen einer Realisierung des Zubaus, insbesondere auf Abgaben und Umlagen sowie auf die resultierende Residuallast und die konventionellen Kraftwerke, klären.

Szenarien für Kostenentwicklungen sind gefragt

Des Weiteren soll der Auftragnehmer Szenarien für die kurz-, mittel- und langfristigen Kostenentwicklungen für Batteriespeicher unter Darstellung der wesentlichen Einflussfaktoren erstellen, wobei zwischen einzelnen Batterietechnologien zu unterscheiden sei. Zudem soll er Anwendungsfelder und mögliche Geschäftsmodelle dezentraler Batteriespeicher wie z.B. die Eigenverbrauchsmaximierung oder die Teilnahme am Regelenergiemarkt sowie Speicherbetriebsweisen darstellen und unter rechtlichen, technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten untersuchen.

Einfluss auf Netze soll geklärt werden

Auch die Auswirkungen des Zubaus von dezentralen Batteriespeichern auf die Verteil- und Übertragungsnetze sollen untersucht werden. Hierbei sei zu prüfen, welche Möglichkeiten bestehen, Anforderungen an ein systemdienliches Verhalten von dezentralen Solarstromspeichersystemen ordnungsrechtlich oder mittels technischer Normen zu regeln.

Weitere Informationen zur Ausschreibung finden sich hier.

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