Die Geothermiebranche erwartet ein ernsthaftes Engagement der Bundesregierung für eine zügige Wärmewende. Doch nach Ansicht des Bundesverbandes Geothermie (BVG) werden Technologien zur Erdwärmenutzung aktuell durch negative Rahmenbedingungen sowie überhöhte Steuern und Abgaben gebremst. Der Bundesverband schlägt Maßnahmen vor, um das Potenzial der Erdwärme zu heben.

Steuern und Abgaben an Klimaschutzwirkung orientieren

Um den Ausbau zu verstetigen, sei eine gerechte Besteuerung von Energieträgern wichtig. Denn eine signifikante Verringerung der Treibhausgas-Emissionen sei nur durch eine gerechte und an CO2-Emissionen orientierte Belastung von Energieträgern möglich, heißt es in dem Positionspapier der Branchenvertretung. Klimaschäden von fossilen Energien oder Klimaentlastungen durch erneuerbare Energien müssten sich im Endkundenpreis niederschlagen. Daher sollten die Steuern und Abgaben zukünftig an der Klimaschutzwirkung der unterschiedlichen Technologien orientiert werden, so der Bundesverband.

Belastung des Wärmepumpenstroms paradox

Besonders paradox sei die Belastung des Wärmepumpenstroms. Insgesamt werde der Preis für den Strom für Erdwärmeheizungen durch Steuern und Abgaben verdoppelt. Bei Sondertarifen liege der Anteil der Belastung sogar bei bis zu 70 Prozent. Öl und Gas würden dagegen nur zu 20-30 Prozent belastet. Der Bundesverband Geothermie fordert, diesen Wettbewerbsnachteil durch Streichung der EEG-Umlage und der Stromsteuer für geothermische Wärmepumpen auszugleichen.

Ausbau von Wärmenetzen verstärken

Um die Klimaschutzziele zu erreichen, sei zudem ein schneller Ausstieg aus fossilen, klimaschädlichen Technologien unumgänglich. Gleichzeitig sollten der Ausbau von Wärmenetzen und die Einspeisung von Erdwärme in diese Netze verstärkt werden, heißt es in dem Papier weiter. Eine von Staatsseite initiierte, bessere Erkundung des Untergrundes sowie eine Informationspflicht für Endnutzer über die Möglichkeit von erneuerbaren Heizsystemen könnten nach Ansicht des Bundesverbands wichtige Grundlagen für ein verstärktes Engagement von Stadtwerken und Hauseigentümern legen.

Knapek: Geothermie-Projekte durch Ausfallbürgschaften, Direktzuschüsse und KfW-Förderung stärken

Laut BVG-Präsident Erwin Knapek bedarf es mancher Korrekturen, um das Potenzial der Geothermie für die Energiewende vollkommen zu nutzen. Der Ausbau von Geothermie-Projekten könne durch MAP-Ausfallbürgschaften, Direktzuschüsse sowie durch eine verbesserte KfW-Förderung gestärkt werden. Dann könne auch die Wärmewende deutlich beschleunigt werden, so Knapek.

Aufwärtstrend beim Absatz von Wärmepumpen verstetigen

Die Absatzzahlen von geothermischen Wärmepumpen ließen zwar einen Aufwärtstrend erkennen. So sind einer Erfassung des Bundesverbandes Wärmepumpe zufolge im vergangenen Jahr mit 23.000 Geräten rund 11 Prozent mehr verkauft worden als noch im Vorjahr. Nach wie vor seien jedoch rund 85 Prozent der verkauften Wärmeerzeuger fossile Öl- und Gasheizungen. „Mit Blick auf die Klimaschutzziele muss der Anteil erneuerbarer Energien, der derzeit bei 14,7 Prozent liegt, noch deutlich gesteigert werden. Ziel ist eine Verstetigung von eingesetzten Wärmepumpen“, so Knapek.

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