Bundesnetzagentur will mehr Transparenz über Qualität der Stromversorgung schaffen

Veröffentlichung des Saidi je Bundesland geplant

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Bildquelle: marcus.hoffmann-Fotolia

Um mehr Transparenz über die Qualität der Stromversorgung zu schaffen, plant die Bundesnetzagentur (BNetzA) in diesem Jahr eine Veröffentlichung des so genannten Saidi (System Average Interruption Duration Index) je Bundesland. Auch sei eine anonymisierte Liste der einzelnen gemeldeten Versorgungsunterbrechungen vorgesehen, teilte die Behörde mit.

Die Veröffentlichung sei im vierten Quartal 2017 auf der Internetseite der Bundesnetzagentur vorgesehen und soll voraussichtlich die Jahre 2008 bis 2016 umfassen. Die Stromversorgung in Deutschland sei weiterhin sehr zuverlässig. Die Gesamtzahl an Versorgungsunterbrechungen sei im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr mit 177.751 Versorgungsunterbrechungen leicht rückläufig.

Dennoch sei ein leichter Anstieg des Saidi, der durchschnittlichen Unterbrechungsdauer je angeschlossenem Letztverbraucher, mit 12,80 Minuten zu verzeichnen. Im Vorjahr wurde ein Saidi von 12,70 Minuten ermittelt. Die im Jahr 2015 gemeldeten, durch auffällige Wetterereignisse hervorgerufenen Versorgungsunterbrechungen gingen 2016 stark zurück.

Anstieg der Unterbrechungen, die auf Rückwirkungsstörungen zurückzuführen sind

Dafür gab es einen Anstieg der Versorgungsunterbrechungen, die auf Rückwirkungsstörungen zurückzuführen sind. Das bedeutet, diese Versorgungsunterbrechungen wurden aufgrund von Störungen in vor- oder nachgelagerten Netzen, in Anlagen von Letztverbrauchern oder aufgrund von Versorgungsunterbrechungen bei einspeisenden Kraftwerken verursacht.

Auch die Unterbrechungen der Stromversorgung, deren Ursache im Zuständigkeitsbereich der Netzbetreiber lag, nahmen den Angaben zufolge leicht zu. Darunter fallen Versorgungsunterbrechungen, die z. B. durch Betätigung von Schalteinrichtungen mit mechanischem Versagen, durch Fehlbedienung oder durch Überlastung von Betriebsmitteln verursacht werden. In einem Fall führte beispielsweise ein defektes Kabel in der Mittelspannung zu einem lang anhaltenden Transformatorausfall.

Keine negativen Auswirkungen durch zunehmend dezentrale Erzeugung von Strom

„Die Stromversorgungsqualität in Deutschland ist seit Jahren auf einem konstant hohen Niveau,” erklärte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann. Ursache für den geringen Anstieg sei diesmal ein leicht erhöhter Zuwachs an Versorgungsunterbrechungen in der Mittelspannungsebene. Dagegen habe die Energiewende mit einer zunehmend dezentralen Erzeugung von Strom keine negativen Auswirkungen”, sagte er.

Betreiber von Energieversorgungsnetzen haben der Netzagentur jährlich einen Bericht über alle in ihrem Netz aufgetretenen Versorgungsunterbrechungen, die länger als drei Minuten dauern, vorzulegen. Der Bericht enthält Zeitpunkt, Dauer, Ausmaß und Ursache der Versorgungsunterbrechungen. Für das Jahr 2016 haben 860 Netzbetreiber 172.504 Versorgungsunterbrechungen übermittelt. Eine Übersicht über den Saidi-Strom ist bereits seit dem Jahr 2006 veröffentlicht.

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