Zur Umsetzung der Energiewende ist der Ausbau des Stromnetzes notwendig. Zu möglichen Langzeitwirkungen von statischen und niederfrequenten Feldern, wie sie in der Umgebung der geplanten Leitungen vorkommen, bestehen aber wissenschaftliche Unsicherheiten. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) intensiviert deshalb seine Forschung zum Thema Stromnetzausbau in kommenden sechs Jahren.

„Wir sind überzeugt, dass wir alle gut gesichert sind durch die gesetzlichen Regelwerke“, sagte die Präsidentin des Bundesamts für Strahlenschutz, Inge Paulini, am Dienstag in Berlin. Bisher seien keine negativen Folgen nachgewiesen. Es gebe aber wissenschaftliche Fragen und Verdachtsmomente, die zu Sorgen in der Bevölkerung führten.

Das rund 18 Mio. € schwere Forschungsvorhaben ist auf sechs Jahre angelegt und soll 33 Projekte umfassen. Bisher steht nur das Bundesumweltministerium als Finanzierer fest. Untersucht werden soll zum Beispiel, ob es einen Zusammenhang von sogenannten niederfrequenten Magnetfeldern mit Krankheiten wie Demenz, Parkinson oder ALS gibt, und ob sie bei Kindern das Risiko für Leukämie erhöhen können. Die Frage, ab wann elektrische und magnetische Felder wahrgenommen werden können, sowie das Risikobewusstsein der Bevölkerung sollen ebenfalls Themen sein.

Internationale Forschungsempfehlungen werden berücksichtigt

Die Studien berücksichtigen die internationalen Forschungsempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Internationalen Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP) und des zuständigen wissenschaftlichen Komitees der EU (SCENIHR). Das umfassende Forschungsprogramm soll den Stromnetzausbau aus der Perspektive des Strahlenschutzes begleiten und durch die Verminderung von Unsicherheiten einen wesentlichen Beitrag zur Risikokommunikation vor Ort liefern.

Das Forschungsprogramm behindere den Ausbau des Stromnetzes „in keiner Weise“, betonte Paulini. „Falls da etwas Bedenkliches herauskommt, werden wir das natürlich in die Prozesse einspeisen.“

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