BSW-Solar zieht gemischte Bilanz nach zwei Jahren EU-Energieeffizienzlabel für Heizsysteme

Umsetzungsschwierigkeiten bei Novelle der EU-Richtlinie berücksichtigen

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Eine gemischte Bilanz zieht der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) nach zwei Jahren EU-Energieeffizienzlabel für Heizsysteme. Seither müssen alle gängigen neu verkauften Heizsysteme und Warmwasserbereiter bis 70 kW Leistung ein Energieeffizienzlabel tragen. Dabei werden die Heizsysteme zwar immer effizienter, aber das Label ist einer Mitteilung des Verbandes zufolge nicht immer hilfreich und das Handwerk zeigt sich eher zurückhaltend.

„Die Heizungsindustrie hat aufgrund der Anforderungen des Labels zahlreiche effiziente Komponenten und Systeme entwickelt und zeichnet ihre Produkte flächendeckend mit dem Label aus. Fast alle konventionellen Heizsysteme fallen inzwischen in die Effizienzklasse A“, sagte Jörg Mayer, Geschäftsführer des BSW-Solar, der im deutschen Markt die Hersteller, Händler und Handwerker von Solarwärme-Anlagen vertritt.

Die Effizienzkennzeichnung von Warmwasserbereitern und Heizsystemen war eine wesentliche Neuerung, weil sie nicht nur das einzelne Produkt klassifiziert, sondern mit dem Verbundanlagenlabel die Effizienz verschiedener Produktkombinationen ausweist. „Das Verbundanlagenlabel ist ein spannendes Konzept und kann die Verbraucher in die Lage versetzen, beim Kauf von Heizungsanlagen Aspekte der Effizienz und Nachhaltigkeit besser zu berücksichtigen“, so auch Pedro Dias, der Generalsekretär des Europäischen Solarthermieverbands (European Solar Thermal Industry Federation – Estif). Jedoch laufe man in Gefahr, diese Chance durch Probleme in der Umsetzung zu verspielen.

Deutliche Kritik der Installateure am Zusatzaufwand und an der zusätzlichen Verantwortung

Laut der Einschätzung europäischer Projektpartner im EU-Projekt LabelPack A+, bei dem der BSW-Solar mitgewirkt hat, gefährdet die Kombination aus fehlender Aufklärung, unzureichender Marktüberwachung und geringem Interesse der Handwerker die Verbreitung des Labels im Markt. Die Handwerker müssen beispielsweise die Energieeffizienz der Verbundanlagen bestehend aus Komponenten unterschiedlicher Hersteller selbst berechnen. Das habe zu deutlicher Kritik der Installateure am Zusatzaufwand und an der zusätzlichen Verantwortung geführt.

Berechnungsplattform „Heizungslabel“ noch nicht vom Markt angenommen

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Auch Michael Herma, der Geschäftsführer des Spitzenverbandes der Gebäudetechnik VdZ, der die Berechnungsplattform „Heizungslabel“ für Verbundanlagen mit der Industrie entwickelt hat, bestätigte diese Erfahrung. „Der VdZ und seine Branchenpartner haben alle Voraussetzungen für ein möglichst einfaches Labelling von Verbundanlagen mit der Plattform geschaffen. In Belgien und Deutschland wurden über „Heizungslabel“ zwar bereits über 30.000 Label erstellt, leider ist das Label jedoch auch nach zwei Jahren noch nicht vollständig vom Markt angenommen und bei den Verbrauchern weitgehend unbekannt. Hier muss noch mehr Überzeugungsarbeit geleistet werden“, zitiert SMA-Solar den VdZ-Geschäftsführer.

Jetzt Evaluierung des Labels durch EU-Kommission

Diese Erfahrungen sollen jetzt in die Evaluierung des Labels durch die EU-Kommission einfließen. „Uns war zwar bewusst, dass das Label den Mehrwert von Solarwärmesystemen nur ungenügend darstellt und die solare Nachrüstung nicht berücksichtigt“, fügt Estif-Generalsekretär Dias hinzu: „Dennoch hatten wir erwartet, dass es die Verbraucher sensibilisiert und den Austausch alter, ineffizienter Heizungen vorantreibt“, so Dias weiter.

Diese Umsetzungsschwierigkeiten gelte es anzuerkennen und bei der Novelle der EU-Richtlinie zu berücksichtigen. Der grundsätzliche Ansatz, den positiven Beitrag erneuerbarer Energien für die Energieeffizienz hervorzuheben, sollte aber in jedem Fall weiterverfolgt werden, erklärte Mayer.

Neuanpassung der Energieeffizienzkategorien erst nach 2020 zu erwarten

Während die Ökodesign-Richtlinie Hersteller dazu verpflichtet, effiziente Produkte zu entwickeln, sollen Kunden mit der Effizienzkennzeichnung einfacher eine Kaufentscheidung treffen können, so der BSW-Solar. Besonders effiziente Systeme, die auch erneuerbare Energien wie Wärmepumpen, Biomasse oder Solarwärme einschließen, könnten die besten Kategorien A+ bis A+++ erreichen. Die im Juni 2017 vom EU-Parlament beschlossene Novellierung der Rahmenrichtlinie nehme die Heiz- und Warmwassersysteme jedoch in wesentlichen Punkten aus, eine Neuanpassung der Energieeffizienzkategorien sei voraussichtlich erst deutlich nach dem Jahr 2020 zu erwarten.

LabelPack A+ ist ein Projekt, das zur Einführung der Energieeffizienzkennzeichnung für Heizgeräte, Warmwasserbereiter und Kombinationen von der EU-Kommission gefördert sowie in sechs Ländern von elf beteiligten Organisationen umgesetzt wird.

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