BMW nutzt neue und gebrauchte Fahrzeugakkus als Stromspeicher für Leipziger Werk

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Karosserie eines Elektroautos mit Blick auf den Akku mit Elektrotankstelle
Quelle: Fotolia/Patrick P. Palej

Die BMW Group hat auf dem Gelände ihres Leipziger Werks unter Anwesenheit des sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU) einen Stromspeicher offiziell in Betrieb genommen. Nach Angaben von BMW hat der Speicher eine Kapazität von rund 15 MWh sowie eine installierte Leistung von 13,6 MW. Davon lassen sich den Angaben zufolge zehn MW auf dem Regelleistungsmarkt vermarkten, mit einem Beginn der Vermarktung von Primärregelleistung rechnet das Unternehmen Anfang 2018. Das Investitionsvolumen der Speicherfarm beziffert BMW auf rund zehn Mio. €.

Die Speicherfarm besteht BMW zufolge bisher aus 500 gebrauchten und neuen Hochvoltspeichern des Automodells BMW i3, die neuen Akkus sollen dabei als Ersatzteile vorgehalten werden. Allerdings könnte die Farm schon heute bis zu 700 Akkus beherbergen. „Die Kapazität der 700 Hochvoltspeicher entspricht einer elektrischen Reichweite von 100.000 km im BMW i3. Aufgrund des skalierbaren Ansatzes ist die Farm in Bezug auf die Anzahl der Speicher erweiterbar. Darüber hinaus ist sie bereits heute kompatibel mit kommenden Speichergenerationen und damit zukunftssicher“, sagte Joachim Kolling, Leiter Energy Services bei der BMW Group.

Bisher kaum gebrauchte Fahrzeugakkus verfügbar

Der Grund für die bisherige Unterauslastung besteht darin, dass seit der Markteinführung des BMW i3 erst vier Jahre vergangen sind. Folglich seien die meisten Speicher noch in den Fahrzeugen unterwegs. Die nun verwendeten gebrauchten Akkus stammen BMW zufolge aus ehemaligen BMW i3 Entwicklungs- und Prototypenfahrzeugen. Erst ab 2025 rechnet der Automobilhersteller mit einem signifikanten Rücklauf an BMW i3 Fahrzeugbatterien, wenn diese ein typisches Autoleben hinter sich haben. Auf lange Sicht will BMW folglich auch an weiteren seiner Standorte große Stromspeicher aus Fahrzeugakkus errichten.

Mit den Windrädern auf dem Werksgelände verknüpft die Speicherfarm auf bisher einzigartige Weise die dezentrale Eigenerzeugung aus erneuerbaren Energien mit einem lokalen Energiespeicher sowie einem industriellen Großverbraucher. Die Speicherfarm ist zudem in das öffentliche Stromnetz integriert, was die Vermarktung von Primärregelleistung ermöglicht. Damit trägt die BMW Group zur Stabilität der öffentlichen Stromnetze bei und kommt damit einem gesamtgesellschaftlichen Auftrag nach. So kann die Speicherfarm in Zeiten eines Überangebots an Strom aus erneuerbaren Energien das Stromnetz durch die Aufnahme von Strom entlasten. In Zeiten eines zu geringen Stromangebots im Netz kann der Speicher wiederum Strom beisteuern.

Die BMW Speicherfarm in Leipzig ist ein Projekt im Rahmen der WindNODE-Initiative, die sich die Förderung intelligenter Nutz- und Speichersysteme von erneuerbaren Energien zur Hauptaufgabe gemacht hat. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das Vorhaben im Programm Schaufenster Intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende (SINTEG).

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