BMUB macht Vorschlag zur Reduzierung der THG-Emissionen bei Kraftstoffen

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Zur Vermeidung indirekter Landnutzungsänderungen will das Bundesumweltministerium (BMUB) eine energetische Obergrenze für konventionelle Biokraftstoffe von fünf Prozent einführen. Konventionelle Biokraftstoffe oberhalb der Obergrenze sollen wie fossile Kraftstoffe behandelt werden. Zusätzlich sieht der Entwurf ab 2020 ein energetisches Unterziel für fortschrittliche Kraftstoffe vor. Das geht aus einem Entwurf der 38. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) hervor, den das BMUB vorgelegt hat, um europäische Vorgaben zur Treibhausgasquote von Kraftstoffen in nationales Recht umzusetzen. Doch der Entwurf der 38. BImSchV legt nicht nur eine energetische Obergrenze für konventionelle Biokraftstoffe und eine energetische Untergrenze für fortschrittliche Biokraftstoffe fest. Er liefert auch Werte zur Berechnung der Treibhausgasemissionen von Kraftstoffen. Künftig könnten demnach unter anderem auch Strom, der in Straßenfahrzeugen mit Elektroantrieb verwendet wurde, auf die Treibhausgasquote angerechnet werden. Der Geltungsbereich der Treibhausgasquote soll dem BMUB-Entwurf zufolge künftig auch um weitere
fossile Kraftstoffe wie Flüssiggas (LPG) erweitert werden. Auch biogenes Flüssiggas soll dem Entwurf zufolge anrechenbar werden. Die aktuell erschienene Ausgabe 44/2016 beschäftigt sich bis ins Detail mit dem Entwurf. Zudem wird auf Reaktionen von den Verbänden eingegangen. Insgesamt beinhaltet die Ausgabe 115 Nachrichten, Berichte und Analysen zur Energiewende auf 40 Seiten. Eine Übersicht über alle Themen kann hier abgerufen werden. Die Deutsche Energieagentur (dena) hält die Ziele für fortschrittliche Biokraftstoffe in dem BMUB-Entwurf für nicht ambitioniert genug. Bereits heute könnten zusätzliche Mengen an fortschrittlichen Kraftstoffen für den Verkehrssektor mobilisiert werden, die deutlich über dem vorgeschlagenen Wert von 0,05 Prozent im Jahr 2020 liegen. Zu den mobilisierbaren Mengen gehörten neben flüssigen Kraftstoffen insbesondere Biomethan und in geringerem Umfang auch Wasserstoff und synthetisches Methan aus Power-to-Gas. An dem Entwurf der 38. BImSchV zeigt sich einmal mehr die zunehmende Bedeutung der Sektorkopplung. So soll nicht nur die Elektrifizierung des Verkehrssektors angereizt werden, auch Wasserstoff und synthetisches Methan aus Power-to-Gas-Anlagen könnten künftig zur Sektorkopplung beitragen. Dass sich die Politik bei der Energiewende bisher zu stark auf den Stromsektor fokussiert und den Verkehrs- und Wärmesektor nicht ausreichend miteinbezieht, zeigt der Jahresbericht des Europäischen Bioenergieverbands Aebiom. Wie die Sektorkopplung in Deutschland vorangebracht werden soll, wird im "Grünbuch Energieeffizienz" beschrieben. Das Diskussionspapier befand sich bis Ende Oktober in einer öffentlichen Konsultation. Im Rahmen der Konsultation hat der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK) jedoch kritisiert, dass die Sektorkopplung als die Nutzung "erneuerbaren Stroms in allen Bereichen" verstanden wird. Als effiziente Technologie sollte jedoch vorrangig die Kraft-Wärme-Kopplung eingesetzt werden, fordert der Verband naturgemäß.

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