BMBF startet mit vier Kopernikus-Projekten größte Forschungsinitiative zur Energiewende

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Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat in der vergangenen Woche mit der Benennung der vier ausgewählten „Kopernikus-Projekte“ die größte Forschungsinitiative zur Energiewende gestartet. In den Projekten entwickeln Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft über einen Zeitraum von zehn Jahren gemeinsam technologische und wirtschaftliche Lösungen für den Umbau des Energiesystems, teilte das Ministerium mit. Zu den Schlüsselbereichen von Kopernikus zählen die Entwicklung von Stromnetzen, die Speicherung überschüssiger erneuerbarer Energie durch Umwandlung in andere Energieträger, die Neuausrichtung von Industrieprozessen auf eine fluktuierende Energieversorgung und das verbesserte Zusammenspiel aller Sektoren des Energiesystems. EUWID Neue Energie stellt die Projekte, die den Zuschlag des Kopernikus-Beirats erhalten haben, im Titelbericht von Ausgabe 15/2016 vor. Die Publikation ist am 13. April erschienen und umfasst insgesamt 113 Nachrichten, Berichte und Analysen auf 36 Seiten. Ein Überblick über sämtliche Themen der Ausgabe ist hier abrufbar. „Wir werden zeigen, dass eine sichere, bezahlbare und saubere Energieversorgung machbar ist, ohne auf Wohlstand und Arbeitsplätze zu verzichten“, erklärte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) anlässlich der Bekanntgabe der Kopernikus-Zuschläge. Bis 2025 werde man neue Energiekonzepte auf den Weg bringen, die im großtechnischen Maßstab angewendet werden können – „und die auch gesellschaftlich mitgetragen werden.“

Einer der vier Kopernikus-Projektbereiche ist dem Thema Energiespeicherung gewidmet, ein Thema, zu dem der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) und die Hannover Messe gerade eine Studie veröffentlicht haben. Darin geht es um die Potenziale recycelter Lithium-Ionen-Akkus. Demnach könnten entsprechende Akkus bereits im Jahr 2025 eine Arbeit von 25 Gigawattstunden verrichten und damit die Hälfte der entsprechenden Speicherkapazität der deutschen Pumpspeicherkraftwerke erreichen. EUWID Neue Energie stellt die Studie vor.

Die Energiespeicher gewinnen insbesondere bei einem weiteren Ausbau der fluktuierenden erneuerbaren Energien an Bedeutung. Aus Sicht der Erneuerbaren-Branche sind die geplanten Ausbauziele der Bundesregierung unzureichend, gerade wenn eine zunehmende Elektrifizierung des Verkehrs- und Wärmesektors berücksichtigt wird. Sowohl in der Solar- als auch in der Windbranche droht der Schwung vergangener Jahre bereits in naher Zukunft verloren zu gehen.

Im Photovoltaiksegment liegt der Zubau bereits seit zwei Jahren unter dem gesetzlich angepeilten Ausbaukorridor. Daran ändert auch die Einführung des Ausschreibungsinstruments im Bereich der Photovoltaik nichts. Immerhin zeigen die Ausschreibungsergebnisse aber, dass Solarstrom von Freiflächen bereits heute zu einem Preis von etwas mehr als sieben Cent pro Kilowattstunde angeboten werden kann. Ein Angebotspreis für Solarstrom, der noch vor wenigen Jahren als undenkbar erschien.

Der Windkraftausbau ist zuletzt noch dynamisch vorangeschritten. Allerdings mehrt sich vielerorts der Widerstand gegen einen weiteren schnellen Zubau. In Bayern wurde im Herbst 2014 eine Regelung verabschiedet, die den Windkraftprojektierern einen Mindestabstand der zehnfachen Höhe der Windkraftanlage vorschreibt und den Zubau auf diese Weise drastisch reduziert. Diese sogenannte 10H-Regelung wird jetzt vom bayerischen Verfassungsgerichtshof verhandelt. Kämpfen muss die Windkraftbranche auch mit Naturschutzverbänden. So werden immer wieder mögliche Gefahren von Windprojekten für bedrohte Vogel- und Fledermausarten in die Diskussion eingebracht. Eine aktuelle Studie kommt zu dem Ergebnis, dass zumindest der Rotmilan besser mit der Windkraft klarkommt, als bisher vermutet wurde. Die Studie und das Echo, das sie hervorgerufen hat, sind Gegenstand von EUWID Neue Energie 15/2016.

Unternehmen und Institutionen in der aktuellen Ausgabe (Auswahl): Agora Energiewende, BHKW-Infozentrum, BEE, BWE, BBEn, dena, DFS, DIHK, DBFZ, E.ON, Ecofy, enervis, Evonik, Fraunhofer (Umsicht, IVI, LBF), Gamesa, Green City Energy, Hochtief PPP Solutions, IEA PVPS, IfaS, IÖW, Irena, KIT, KBA, KWB, Lion Smart, meteocontrol, Ökotec, RWTH Aachen, Solarwatt, Solarworld, Steag New Energies, Swissgrid, TU Graz, UBA, University of China, VIK, Voith Hydro, YouGov, ZDH, ZEW. Graphiken und Tabellen in der aktuellen Ausgabe (Auswahl): Großhandelspreise für Getreide und Ölsaaten, Preise für Biodiesel, Gemeldete Leistung im Marktprämienmodell, Windenergieeinspeisung, Marktdaten Windenergie, Solareinspeisung, PV-Zubau, Renixx World, KWK-Index, VIK-Strompreisindex, Rohstoffpreise, Heizölpreise.

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