Das Berliner Tech-Start-Up Lition hat innerhalb weniger Minuten über einen „Crowdsale“ mit dem Verkauf einer eigenen Kryptowährung (LIT Coin) mehr als 1,9 Mio. US-Dollar eingesammelt. Die erste Finanzierungsrunde war nach 14, die zweite nach 18 Minuten ausverkauft, berichtet das Unternehmen.

„Unser Crowdsale war deshalb so stark, weil wir bereits einen lizenzierten Energieversorger aufgebaut haben, der seit April 2018 am Markt aktiv ist und mittlerweile Kunden in über 100 Städten mit Strom versorgt“, meint Firmengründer Kyung-Hun Ha. Das frische Kapital will das Unternehmen jetzt vor allem in den Ausbau dieser Energieplattform stecken.

Die Plattform vernetzt auf direktem Weg über eine eigens entwickelte Energiebörse Konsumenten und Erzeuger miteinander. Dabei setzt Lition ausschließlich auf „echten Grünstrom“ aus regenerativen Energien. Die digitale Plattform der Energiebörse basiert auf der Blockchain-Technologie und „schaltet unnötige Zwischenhändler aus“, heißt es seitens Lition. „Wir können mit unserem Ansatz den Energiemarkt in Deutschland revolutionieren und langfristig dafür sorgen, dass sich regenerative Energien weiter etablieren“, gibt sich der Firmengründer überzeugt.

Die Plattform läuft auf der Ethereum-Blockchain über Smart Contracts. Die Strommenge, die der Kunde verbraucht, kauft Lition direkt bei der dezentralen Anlage bzw. seiner beauftragten Person und ohne Umwege über Strombörsen. „Der Strom, den du bekommst, ist rein technisch betrachtet natürlich immer der des nächstgelegenen Erzeugers. Faktisch bezahlst du aber den von dir beanspruchten Strom direkt bei dem Erzeuger deiner Wahl. Das heißt, du förderst unmittelbar und ausschließlich deinen bevorzugten Ökostrom-Erzeuger“, heißt es auf der Internetseite von Lition.

Regionalstrommodelle auf Blockchain-Basis könnten auch für EEG-Anlagenbetreiber in der Post-EEG-Phase eine attraktive Option werden. Mehr hierzu lesen Sie im EUWID-Dossier Was mache ich mit meiner EEG-Anlage nach dem Ende der Förderung? Der gesamte Content des Post-EEG-Dossiers kann unabhängig von einem Abonnement im Einzelverkauf erworben werden.

Konkret sieht der Ablauf so aus, dass die beteiligten dezentralen Kraftwerke (z.B. KWK-Anlagen, EEG-Anlagen oder Wasserkraftwerke) ihren Strom in das öffentliche Stromnetz einspeisen. Die Kraftwerksbetreiber verkaufen diesen Strom üblicherweise an Stromhändler, bei EEG-Anlagen, die eine Vergütung erhalten, kann die „grüne“ Eigenschaft allerdings nicht mit vermarktet werden. Gemäß der Wahl der Kunden erwirbt Lition den Strom dann von den Stromhändlern (bei EEG-Anlagen ohne die grüne Eigenschaft) und liefert den Strom bilanziell an die Kunden. Die Lition-Stromkunden können auf dem Lition Energiemarktplatz ein bestimmtes Kraftwerk auswählen. Mit der entsprechenden Entscheidung wird Lition beauftragt, beim Stromhändler des Kraftwerkbetreibers Strom aus dem Kraftwerk zu beschaffen.

SAP und Gasag als Partner von Lition eingebunden

Technologiepartner des Berliner Start-ups ist SAP, im Energiemarkt kooperiert das Unternehmen nach eigenen Angaben unter anderem mit der Gasag. „Unsere Blockchain-Entwicklung ist weltweit als einzige bereits produktiv in einem Massenmarkt im Einsatz“, so Ha weiter. Auch eine Blockchain-Lösung im Banking-Bereich ist nach Unternehmensangaben in Arbeit. .

Lition ist im vergangenen Jahr gegründet worden. Unternehmensangaben zufolge ist Lition von der Bundesnetzagentur als Stromanbieter lizenziert. (Beitragsbild: Sashkin – stock.adobe.com)

Regionalstrom auf Blockchain-Basis: WSW rollen „Tal.Markt“ bundesweit aus

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte Kommentar einfügen!
Bitte geben Sie Ihren Namen hier ein