Blanco: Geschäftsvolumen von Nordex wird über die Sommermonate anziehen

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Das Geschäftsvolumen von Nordex wird über die Sommermonate anziehen, so dass der Windenergieanlagenhersteller im Gesamtjahr 2017 von einem Umsatz in Höhe von 3,1 bis 3,3 Mrd. € und einer Ebitda-Marge zwischen 7,8 und 8,2 Prozent ausgeht. Damit verbunden sei das Ziel, die Kosten an das Geschäftsvolumen anzupassen, erklärte José Luis Blanco, der Vorstandvorsitzender von Nordex, bei der Vorstellung der Zwischenmitteilung zum 31. März. Das Ziel werde konsequent verfolgt. Es betreffe die Auslastung der Werke, die Senkung der Strukturkosten und das Programm zur Senkung der Stromgestehungskosten (COE). Dies sei der entscheidende Faktor, um künftig wieder auf einen Wachstumspfad zurückzukehren.

Gutes Potenzial sieht Nordex, auch beim Volumen wieder Fahrt aufzunehmen. So wurde im April ein länger in Verhandlung stehender Großauftrag aus Brasilien abgeschlossen, der zur Hälfte noch im laufenden Jahr Umsatz bringen soll. Auch in Indien habe sich Nordex für zwei Projekte langfristige Stromabnahmeverträge gesichert, heißt es in dem Quartalsbericht. Insgesamt bestätigt Nordex die Ziele für das Jahr 2017 und erwartet in den nächsten Quartalen ein deutlich höheres Aktivitätsniveau. Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung im weiteren Jahresverlauf werde dabei insbesondere vom Start von großen Projekten in Nordamerika und Lateinamerika oder auch in Australien unterstützt. Eine deutliche Belebung des Auftragseingangs werde durch Aufträge ebenfalls aus Nordamerika und Lateinamerika, aber auch aus europäischen Kernmärkten erwartet.

Bereits seit dem zweiten Quartal 2016 berichtet Nordex über die Segmente Projekte und Service und folgt damit dem im Zuge der Übernahme der Acciona Windpower veränderten internen Reporting. Zuvor war die Berichterstattung nach Regionen erfolgt. Die Nordex-Gruppe ist im Rahmen ihrer Erwartungen in das Geschäftsjahr 2017 gestartet. Dabei wurde im ersten Quartal 2017 ein Umsatz von 648,4 Mio. € erwirtschaftet, nach 637,0 Mio. € im ersten Quartal 2016. Insbesondere das Geschäftsvolumen im Bereich Service legte deutlich zu und stieg um 57 Prozent auf 74 (47,1) Mio. €. Der Auftragsbestand im Servicebereich betrug 1,77 (1,05) Mrd. €, und es gingen Aufträge in Höhe von 40,5 Mio. € ein. Das Unternehmen betreute im ersten Quartal weltweit über 5.900 Windenergieanlagen bzw. eine installierte Leistung von 13,6 GW.

Volumen im Service legte deutlich zu

Regional steigerte der Konzern vor allem den Umsatzanteil in Amerika, wo die Gruppe seit dem Zusammenschluss mit der Acciona Windpower stärker aufgestellt ist. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von Nordex betrug 51,2 (59,1) Mio. €. Die operative Marge lag mit 7,9 (9,3) Prozent im Zielbereich. Wesentliche Grundlage für diese Entwicklung war einer Mitteilung des Windenergieanlagenherstellers zufolge die gestiegene Bruttomarge von 29 Prozent, die auf das gewachsene Servicegeschäft zurückgeht. Zudem stiegen die Investitionen auf 35,7 (15,1) Mio. €. Das gehe wesentlich auf den Erwerb von Sachanlagen zur Produktion neuer Kernkomponenten zurück. Weiterhin habe Nordex in die Entwicklung neuer wettbewerbsfähiger Produkte investiert.

Übergang zu Auktionssystemen führte zur Reduktion des Auftragseingangs

Der Übergang zu Auktionssystemen, vor allem in europäischen Kernmärkten, habe dazu geführt, dass sich der Auftragseingang der Gruppe auf 333 (541) Mio. € reduziert hat. Zum Bilanzstichtag verzeichnete Nordex einen Auftragsbestand von insgesamt 3,8 Mrd. € (inkl. Service), der die Grundlage für die Bestätigung der Ziele für das Gesamtjahr 2017 bilde.

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