B.KWK entwickelt Gütesiegel für KWK-Strom und -Wärme

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KWK-Blockheizkraftwerk-Hamburg-Hafencity
Symbolbild KWK: Bildnachweis: Matthias Krüttgen - stock.adobe.com

Der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK) hat ein Gütesiegel für Strom und Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen) entwickelt. Der Präsident des B.KWK, Berthold Müller-Urlaub, stellte die neuen Marken „Der Blaue Strom“ und „Die Blaue Wärme“ heute auf der Hannover Messe vor. Beide Gütesiegel sollen hocheffizienten KWK-Strom und KWK-Wärme nunmehr auch beim Kunden sichtbar machen.

Die Farbe „blau“ steht dabei für effiziente und ressourcenschonende Produkte und Technologien. „Während grüner Strom aus erneuerbaren Energien stammt, lässt sich Strom und Wärme aus KWK-Anlagen bisher am Markt nicht identifizieren“, so Müller-Urlaub. Denn trotz seiner Umweltfreundlichkeit wird KWK-Strom dem Kunden bislang zusammen mit Strom aus konventionellen Kraftwerken als sogenannter „Graustrom“ angeboten. Die Marke „Der Blaue Strom“ soll dieses derzeit vorliegende Wertungsdefizit nun aus dem Weg räumen und zugleich die Bekanntheit von KWK in der Öffentlichkeit steigern.

Voraussetzung für die Nutzung des Gütesiegels ist der Nachweis über die Hocheffizienz der KWK-Anlage. Als KWK-Strom gilt hocheffizient erzeugter „Blauer Strom“ nur dann, wenn er der EU-Effizienzrichtlinie 2012/27/EU entspricht. Das Gütesiegel kann vom Anlagenbetreiber für die Dauer von zwei Jahren „zu Werbezwecken auf der Grundlage von Eigenangaben anlagebezogen“ genutzt werden. Das Siegel dokumentiert, dass die Anlage fähig ist, „Blauen Strom“ bzw. „Blaue Wärme“ zu erzeugen.

Künftig sollen die Gütesiegel für beide Marken auch über entsprechende Vertriebslizenzen angeboten werden, für die eine jährliche Gebühr zu entrichten ist. Diese Gebühr wird zum Teil auch dafür verwendet, die beiden Marken weiter aufzubauen und bekannt zu machen. Eine weitere Voraussetzung für den Erwerb der Lizenz ist eine Mitgliedschaft im B.KWK. Eine Zertifizierungsstelle außerhalb des B.KWK wird die Abwicklung und Kontrollfunktion der Gütesiegel übernehmen.

Die Kontrollen sollen dem Verbraucher Sicherheit geben, dass nur so viel „Blauer Strom“ und „Blaue Wärme“ gehandelt werden, wie vorher auch erzeugt wurden. Zudem ist ein Zertifikatehandel von „Blauem Strom“ und „Blauer Wärme“ ausdrücklich vorgesehen. Hierdurch wird der Vertrieb mit größeren Mengen ermöglicht – selbst wenn keine eigenen Kapazitäten vorhanden sind. Die genauen Details bearbeitet derzeit ein Expertengremium.

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