Bis Ende 2020 soll es in Deutschland mindestens 100 Wasserstofftankstellen geben

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Brennstoffzellenfahrzeug an einer Wasserstoff-Tankstelle.
Symbolbild (Quelle: Volkswagen AG)

Bis Ende 2020 werden in Deutschland mindestens 100 Wasserstofftankstellen für Pkw in Betrieb sein, diese werden teilweise auch über die Möglichkeit einer Busbetankung verfügen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP (Drucksache 19/18992) hervor. Für die Jahre 2020 und 2021 seien abhängig von der regionalen Nachfrage pro Jahr zehn bis 15 Stationen geplant.

Über den weiteren Ausbau könne im Jahr 2021 in Abhängigkeit von dem bis dahin stattfindenden Fahrzeughochlauf und den weiteren Plänen der Autohersteller entschieden werden, schreibt die Bundesregierung. Sie geht davon aus, dass in den nächsten Jahren das Thema Wasserstoffinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge an Bedeutung gewinnen wird. Projekte für Fahrzeug- und Infrastrukturentwicklung seien bereits gestartet.

„Wasserstoffinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge wird voraussichtlich an Bedeutung gewinnen“

Im Fokus der weiteren Förderung von brennstoffzellenbasierten Antriebsformen steht der Bundesregierung zufolge unter anderem die Weiterentwicklung von Komponenten und Systemen für Brennstoffzellenantriebe und Wasserstoffspeicher. Hauptziel sei dabei eine produktions- und produktbezogene Kostenreduzierung. Auch die Integration in verschiedene Fahrzeugklassen (Pkw, NFZ, Busse, LKW, Sonderfahrzeuge, Schiene, Schifffahrt und Flugzeuge) soll im Mittelpunkt der Forschung stehen. Einen weiteren Fokus bilden Projekte, die den Hochlauf der Technologie im Hinblick auf Produktionstechnik, Qualitätssicherung und Nachhaltigkeit der Materialkreisläufe unterstützen können.

Die FDP fordert in ihrer Anfrage eine technologieoffene Förderung von klimafreundlicher Mobilität. Nur so könne das Klimaschutzpotential im Straßenverkehr ausgeschöpft und die Wertschöpfung am Wirtschaftsstandort Deutschland gefördert werden. Daher müsse neben der Elektromobilität auch Brennstoffantrieben Aufmerksamkeit gewidmet werden.

EU-Mindestvorgaben für Verkehrswende sollen übertroffen werden

Mit dem Brennstoffemissionshandelsgesetz hat die Regierung die Einführung einer CO2-Bepreisung für fossile Kraft- bzw. Brennstoffe in den Bereichen Verkehr und Wärme beschlossen. Zugleich wird mit den Einnahmen unter anderem die EEG-Umlage auf Strom reduziert. Davon profitieren technologieneutral sämtliche Sektorkopplungstechnologien und damit auch grüner Wasserstoff, schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort. Neben der Vielzahl an schon bestehenden Begünstigungen werde sie im Zusammenhang mit der Nationalen Wasserstoffstrategie weitere Reformen der staatlich induzierten Preisbestandteile prüfen.

Die Bundesregierung führt in ihrer Antwort weiter aus, dass sie den Mindestanteil erneuerbarer Energie am Endenergieverbrauch des Verkehrssektors im Jahr 2030 signifikant über die EU-Mindestvorgaben hinaus erhöhen will. Die Beratungen innerhalb der Bundesregierung zu diesem Ziel seien jedoch noch nicht abgeschlossen.

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