Die Biogasanlage Gordemitz hat jetzt erstmals Biomethan in das Netz des überregionalen Fernleitungsnetzbetreibers Ontras Gastransport eingespeist. Das berichtet die greenValue GmbH, die im Auftrag der Leipziger Balance Erneuerbare Energien GmbH (Balance) die Fertigstellung der Biogasanlage Gordemitz bei Leipzig als Projektsteuerer koordiniert hat. Bei der 100-prozentigen VNG-Tochter Balance ist damit inzwischen bereits die 36. Anlage im Betrieb.

„Trotz der Erschwernisse der Corona-Pandemie wurde der sehr eng gesteckte Zeitplan gehalten“, sagt greenValue-Geschäftsführer Daniel Kellermann. Seit Aufnahme der Bautätigkeiten seien rund neun Monate vergangen. Balance-Geschäftsführer Thomas Fritsch bezeichnete die erfolgte Biomethaneinspeisung als wesentlichen Projektmeilenstein, der fristgerecht erreicht wurde. „Der Betrieb der Biogasanlage Gordemitz steigert die regionale Wertschöpfung und schafft Arbeitsplätze.“

In den kommenden Wochen sollen die witterungsbedingt noch ausstehenden Schlussarbeiten abgeschlossen werden. Die erzeugte und eingespeiste Biomethanmenge wird den Planungen zufolge in den kommenden Monaten stetig gesteigert. Nach Aufnahme des Regelbetriebes sollen pro Jahr rund 47.000 Tonnen Substrate vergoren werden.

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Das erzeugte Rohbiogas wird in der Biogasaufbereitungsanlage mittels physikalischer Druckwäsche (Leistungsklasse 1.400 Nm³/h) gereinigt und an die Biogaseinspeiseanlage zur Einspeisung in das Gasnetz übergeben. Bis zu 700 Kubikmeter Biomethan pro Stunde könnten in das Ontras-Netz eingespeist werden, heißt es bei Balance. Mit dieser Menge könnten im Durchschnitt bis zu 4.000 Haushalte versorgt werden.

Fermenter BGA Gordemitz (Bildquelle: greenValue)

„Das Biomethan kann als klimaneutraler Energieträger verschiedentlich zum Einsatz kommen, beispielsweise in Wärmenetzen von Wohnsiedlungen, als Kraftstoff für den Personennahverkehr oder in der Wärme- und Stromerzeugung in KWK-Anlagen von Krankenhäusern, Schwimmbädern oder Industriebetrieben“, führt Balance-Geschäftsführer Friedrich Nollau aus. „Für die Produktion nutzen wir Substrate, die in Landwirtschaftsbetrieben der Region gewonnen werden. Dabei handelt es sich vorwiegend um Mais- und Grassilage sowie einen geringen Anteil von Hühnertrockenkot.“

Einspeisung von 7.700 m³ Biomethan: „Entspricht einer mittleren Erdgas-Bohrung“

Die einhundertprozentige VNG-Tochter Balance – die VNG gehört ihrerseits zu knapp 75 Prozent der EnBW – hatte den Erwerb der Biomethananlage Gordemitz im sächsischen Landkreis Nordsachsen Anfang 2020 bekannt gegeben. Balance investiert nicht nur in Anlagenkonzepte, sondern entwickelt diese durch stetige Optimierungsprozesse weiter. Ende 2020 meldete das Unternehmen den Kauf der 1-MW-Biogasanlage Alterode in Sachsen-Anhalt.

Der Großteil des mittlerweile 36 Biogasanlagen umfassenden Portfolios befindet sich in Nord- und Ostdeutschland. Der Umfang des eigenen Portfolios habe sich seit 2018 mehr als verfünffacht, heißt es. Mit einer installierten Leistungsfähigkeit von rund 144 MW Feuerungswärmeleistung und einem Markanteil von sechs Prozent gehört das Unternehmen nach eigenen Angaben inzwischen zu den führenden Biogasanlagenbetreibern Deutschlands. Über die Anlagen speise man 7.700 m³ Biogas pro Stunde ins öffentliche Gasnetz ein, „das entspricht einer mittleren Erdgas-Bohrung“, sagt VNG-Vorstand Hans-Joachim Polk. (Beitragsbild: Biogasanlage Gordemitz, Bildquelle: greenValue)

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