Biokraftstoffbranche setzt große Hoffnungen auf den „Green Deal“

2480
Symbolbild Biodiesel
Quelle: UFOP

Die Biokraftstoffbranche setzt große Hoffnungen auf den „Green Deal“ der EU-Kommission. Das wurde auf dem 17. Internationalen Fachkongress für erneuerbare Mobilität in Berlin deutlich. Mit dem „Green Deal“ beabsichtigt die EU-Kommission ihre Klimaschutzambitionen zu verschärfen sowie für eine nachhaltige und intelligente Mobilität zu sorgen. Für den Verkehrssektor stehen insbesondere erneute Diskussionen über die CO2-Flottengrenzwerte der Automobilwirtschaft und die Überarbeitung der Erneuerbare Energien-Richtlinie (RED II) an.

Um die Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor zu verringern, ist nach Ansicht der Bioenergieverbände eine Vielzahl von Maßnahmen notwendig. Neben dem Ausbau der Elektromobilität zählt hierzu der verstärkte Einsatz erneuerbarer flüssiger und gasförmiger Energieträger wie strombasierter Kraftstoffe und zertifiziert nachhaltiger Biokraftstoffe. Der damit einhergehende Antriebsmix diene neben der Emissionsreduzierung auch dem Erhalt zentraler europäischer Wertschöpfungsketten in der Automobilwirtschaft. Gleichzeitig sichere eine technologieoffene Mobilität die Anpassungsfähigkeit des Verkehrssektors an künftige Herausforderungen.

CO2-Preis für nachhaltige Biokraftstoffe sollte vermieden werden

Durch einen höheren Anteil an erneuerbaren Kraftstoffen im Verkehrssektor könne deren Klimaschutzpotenzial besser ausgeschöpft werden. Die stufenweise Anhebung der Treibhausgasminderungsquote auf 16 Prozent bis zum Jahr 2030 ist dazu für die Bioenergieverbände ein geeignetes Mittel. Schon jetzt leisten Biokraftstoffe den Verbänden zufolge den größten Beitrag zur Einsparung von CO2 im Verkehrssektor. Mit dem Einsatz zertifiziert nachhaltiger Biokraftstoffe wurden 9,5 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente vermieden.

Die geplante Befreiung nachhaltiger Biokraftstoffe von dem ab 2021 in Deutschland geltenden Emissionshandel für Kraft- und Brennstoffe muss laut den Verbänden so ausgestaltet werden, dass erneuerbare Kraftstoffanteile tatsächlich keinem zusätzlichen CO2-Preis unterliegen. Damit wäre für den Verbraucher der richtige Anreiz zur Nutzung emissionsarmer Kraftstoffe gesetzt.

Höherer Anteil Erneuerbarer im Verkehrssektor gefordert

Bei der Umsetzung des angekündigten „Green Deal“ und der daraus folgenden Überprüfung europäischer Vorgaben zur Nutzung erneuerbarer Energien (Erneuerbare Energien-Richtlinie RED II) sprechen sich die Bioenergieverbände für mehr erneuerbare Energien im Verkehrssektor aus. Deren Anteil sollte von 10 Prozent in 2020, danach alle zwei Jahre um zwei Prozent, bis auf 20 Prozent in 2030 angehoben werden. Bisher liegt das europäische Ziel hierfür nur bei 14 Prozent, was zur Erreichung der Treibhausgasminderungsziele nach Auffassung aller Experten unzureichend ist.

Bei der vorgesehenen Überarbeitung der europäischen Flottengrenzwerte muss sichergestellt werden, dass die Minderung von Emissionen durch die Verwendung erneuerbarer Kraftstoffe im Verkehrssektor auf die strengen CO2-Grenzen angerechnet werden. Dies würde die Optimierung klimafreundlicher Antriebstechnologien unterstützen.

Lesen Sie dazu auch:

Biogasbranche: Verkehrssektor rückt immer stärker in den Fokus

1 KOMMENTAR

  1. Der Anbau von Pflanzen zur Herstellung von „Biokraftstoffen“ führt zur Erweiterung von unsäglichen Monokulturen: Mais- und Rapsfelder soweit das Auge reicht. Kein Fasan, keine Hase, kein Kanin, keine Feldhühner oder Fasanen. Dafür reichlich Wildschweine und die ASP steht an der Grenze. Ich lehne Biosprit ab, letztendlich verfeuern wir Lebensmittel und zerstören die Natur.

Schreiben Sie einen Kommentar zu Herbert Wichtlhuber Antwort abbrechen

Bitte Kommentar einfügen!
Bitte geben Sie Ihren Namen hier ein