Biokraftstoff aus Reststoffen treibt Ein-Liter-Auto an

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Quelle: Bayrisches Wirtschaftsministerium

Das Fraunhofer Umsicht hat einen Biokraftstoff aus organischen Reststoffen entwickelt, der nun in einem Ein-Liter-Auto getestet wurde. Der Kraftstoff könne als grüner Diesel oder grünes Benzin zu 60 Cent pro Liter hergestellt werden, sagte Johannes Frik, Sprecher des Bayrischen Wirtschaftsministeriums, gegenüber EUWID. Darüber hinaus könne er als Drop-In-Kraftstoff, Heizölzusatz und Gerätebenzin in den Markt gebracht werden. Produziert wird der Kraftstoff am Fraunhofer Umsicht in Sulzbach-Rosenberg in einer sogenannten „Biobatterie“ mit einer Kapazität von 300 Kilogramm je Stunde.

Als Verfahren kommt dabei das Thermo-Katalytische-Reforming (TCR) zum Einsatz, mit dem Biomassen ab einem Trockengehalt von 70 Prozent in einem mehrstufigen Prozess effizient verarbeitet werden können. Besonders Reststoffe wie Gärreste aus Biogas- und Bioethanolverfahren, Holzreste und Landschaftspflegematerial, industrielle Biomassereststoffe wie Biertreber oder Schlempen aus dem Papierrecycling, Klärschlämme, Stroh und andere landwirtschaftliche Reststoffe sowie Tierexkremente seien geeignet, heißt es von Seiten des Fraunhofer Umsicht.

Leichtfahrzeug von VW wird nicht mehr produziert

Bei dem Testfahrzeug handelt es sich um ein Leichtbaufahrzeug von VW, den VW XL 1. Das Ein-Liter-Auto wurde in Kleinserie von 250 Exemplaren von VW entwickelt und zwischen 2014 und 2016 gebaut. Das Fahrzeug war auf dem Markt und ist heute hauptsächlich im Gebrauchtwagensegment zu finden. Der hochmoderne Dieselmotor mit dem geringen Spritverbrauch war nach Angaben des Bayrischen Wirtschaftsministeriums das entscheidende Kriterium, warum sich das Fraunhofer Umsicht für diesen Wagen als Testfahrzeug entschieden hat.

Susteen kommerzialisiert TCR-Anlagen

Wesentliche Forschungsarbeiten für das TCR-Verfahren erfolgten im Rahmen des Centrums für Energiespeicherung, das vom Bayerischen Wirtschaftsministerium an den Fraunhofer-Standorten Sulzbach-Rosenberg und Straubing mit insgesamt mehr als 16 Mio. € gefördert wurde. Die Produktion des Kraftstoffs in der TCR-Anlage erfolgte im Rahmen eines Kooperationsprojektes der Fraunhofer Umsicht Ausgründung Susteen GmbH mit dem regionalen Wirtschaftsunternehmen ZMS. Die Kommerzialisierung der TCR-Anlagen erfolgt dem Bayrischen Wirtschaftsministerium zufolge über die Ausgründung Susteen GmbH.

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