Biogasanlagen müssen Drehscheibe für Nährstoffe werden

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Biogas
Quelle: EUWID

Biogasanlagen müssen stärker als „Drehscheibe für Nährstoffe“ genutzt werden und sich zum Systemdienstleister für die Landwirtschaft weiterentwickeln. Das forderte Christopher Straeter, Referent für Nachwachsende Rohstoffe beim Niedersächsischen Agrarministerium auf der Tagung „Wertstoffgewinnung aus Gülle und Gärresten“ am 21. Februar in Werlte, die vom 3N Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe und Bioökonomie (3N) und der Deutschen Phosphor-Plattform (DPP) gemeinsam durchgeführt wurde.

Der Einsatz von Gülle, Mist und Gärresten in Biogasanlagen unterstützt nach Angaben von Straeter die Bemühungen, Nährstoffüberschüsse in Tierhaltungsregionen zu reduzieren und trägt maßgeblich zum Klimaschutz durch Reduzierung von Emissionen bei. Etwa 70 Prozent aller niedersächsischen Biogasanlagen setzten bereits Wirtschaftsdünger als Substratergänzung ein, so der Referent vom Agrarministerium. Dadurch würden bereits heute rund elf Prozent der Biogasenergie erzeugt und 0,9 Mio. Tonnen CO2 vermieden. Bis 2025 ließe sich der Wirtschaftsdünger-Input auf 42 Mio. Tonnen steigern, was die Landwirtschaft um rund 4,9 Mio. Tonnen CO2 jährlich entlasten würde.

„In Deutschland werden jedes Jahr etwa 230.000 Tonnen Phosphorpentoxid (P2O5) als Mineraldünger ausgebracht“, sagte Daniel Frank von der DPP. „Demgegenüber steht der hohe Nährstoffgehalt der Wirtschaftsdünger, die zum Teil über weite Strecken transportiert werden müssen, anstatt vor der Haustür ausgebracht werden zu können“, so Frank weiter. „Wir müssen technische Lösungen finden, die auch finanziell attraktiv sind, um eine Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen und dafür zu sorgen, dass aufbereitetes organisches Material sinnvoll genutzt und nicht durch Mineraldünger ersetzt wird, so wie es aktuell durch die geänderte Düngeverordnung immer mehr der Fall ist.“

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