Bioenergieverbände fordern Änderungen am Ausschreibungsdesign

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Biogasanlage
Quelle: Thomas Otto - stock.adobe.com

Vor dem Hintergrund der geringen Beteiligung an der dritten Ausschreibungsrunde für die Bioenergie sehen Branchenverbände einen dringenden Handlungsbedarf. Der Bundesverband Bioenergie (BBE), der Deutsche Bauernverband (DBV), der Fachverband Biogas sowie der Fachverband Holzenergie im BBE appellieren an die Bundesregierung die Gebotshöchstwerte anzuheben und kurzfristig administrative Hemmnisse im Ausschreibungsverfahren abzustellen. Nur so könne eine größere Beteiligung an den Ausschreibungen und eine bessere Nutzung des Bioenergie-Potenzials erreicht werden.

Ausschreibungsdesign für Bieter weiterhin wirtschaftlich nicht sinnvoll

Aufgrund der Ausschreibungsergebnisse sehen die Verbände den Trend der letzten beiden Vergaberunden bestätigt, denn die Beteiligung der Bioenergiebranche bleibt relativ gering. Mit aktuell 19 erfolgreichen Geboten (2018: 79) in einem Umfang von 25,5 Megawatt (2018: 77 MW) zeige die Branche zwar, dass trotz klar verbesserungswürdiger Rahmenbedingungen zukunftsfähige Anlagenkonzepte zur Verfügung stehen. Jedoch spreche das abermalige Nicht-Ausschöpfen des ausgeschriebenen Volumens von rund 133 MW installierter Leistung dafür, dass bessere wirtschaftliche Anreize für eine breitere Teilnahme an den Ausschreibungen dringend erforderlich sind.

Zusätzlich sei es für Projektierer schwierig gewesen, am Ausschreibungstermin teilzunehmen, der kurzfristig durch die Änderungen im Energiesammelgesetz etabliert wurde.

Änderungen an Gebotshöchstwerten und Inbetriebnahmezeitraum nötig

Für die Bioenergieverbände hat bei den Ausschreibungsbedingungen eine Erhöhung der Gebotshöchstwerte sowohl für Neuanlagen als auch Bestandsanlagen höchste Priorität. Angemessene Höchstwerte würden es mehr Betreibern von Bioenergieanlagen in verschiedenen Kategorien und Größen ermöglichen, rentabel zu wirtschaften.

Neben der Erhöhung der Gebotshöchstwerte seien auch einige rein administrative Änderungen von äußerster Wichtigkeit: Dies umfasst insbesondere eine Verlängerung des Inbetriebnahmezeitraums ab Auktionsende. Besonders für größere Holzheizkraftwerke und Biogasanlagen reicht der derzeitige Zeitraum von 18 bzw. 24 Monaten nicht aus, um vom ersten Spatenstich bis zur Inbetriebnahme zu gelangen.

Für Bestandsanlagen wiederum ergibt die Wartefrist von zwölf Monaten nach erfolgreicher Ausschreibungsteilnahme keinen Sinn. Diese Wartefrist sollte daher – wie bei Neuanlagen – gestrichen werden. Damit könnten Pioniere der Stromerzeugung aus Biomasse noch 2020 an Ausschreibungen teilnehmen und sich eine Anschlussvergütung ersteigern. „Nur durch diese Änderungen kann verhindert werden, dass der heute vorhandene Bioenergieanlagenpark zur verlässlichen Bereitstellung von Wärme und Strom ab 2021 abgeschaltet wird“, so die Verbände.

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