Die Elektromobilität ist in aller Munde. Mit Blick auf eine wirksame Verkehrswende steht sie gleichwohl komplett am Anfang. Viel weiter sind da die Biokraftstoffe – ihnen mangelt es aber am politischen Rückhalt. Die Biokraftstoffe der ersten Generation, die auf Rohstoffe zurückgreifen, die auch im Nahrungsmittelbereich zum Einsatz kommen könnten, stoßen auf Bedenken im Zuge der „Tank oder Teller“-Debatte. Aber auch die fortschrittlichen Biokraftstoffe, die auf Reststoffe zurückgreifen, erfahren nicht die Rückendeckung, die sie in ihrer gegenwärtigen Entwicklungsphase dringend benötigen würden.

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EUWID Neue Energie 49/2017

EUWID Neue Energie befasst sich auf dem Titel der Ausgabe 49/2017 mit dem Entwurf der 38. BImSchV, den das Bundeskabinett kürzlich beschlossen hat. Die Verordnung regelt unter anderem einen energetischen Mindestanteil, den fortschrittliche Biokraftstoffe in den kommenden Jahren erreichen sollen – und der fällt aus Sicht der Bioenergiebranche enttäuschend aus.

Hochi: “Well-to-Wheel-Klimabilanz von Biomethan-Fahrzeugen fällt besser aus als bei Elektroautos”

Gebremst wird damit auch die Entwicklung von Biomethan als Kraftstoff. Das stößt auch der Geschäftsführerin des Biogasrats+, Janet Hochi, auf. „Die Klimabilanz von Fahrzeugen, die mit Biomethan betrieben werden, fällt heute im Vergleich zur Well-to-Wheel-Klimabilanz von Elektrofahrzeugen, deutlich besser aus“, sagt Hochi im EUWID-Interview. Die Nachhaltigkeit ist dabei aus Sicht der Verbandsgeschäftsführerin gegeben. „Wir sehen bis 2030 ein nachhaltig zur Verfügung stehendes Biomethan-Potenzial von 11 Mrd. Nm3 pro Jahr und damit auch ein ausreichendes Potenzial für den Einsatz in der Mobilität.“ Das gesamte Interview mit Janet Hochi lesen Sie hier.

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Alle Themen der heute erschienenen Ausgabe 49/2017 von EUWID Neue Energie im Überblick.

Energieversorger, Stadtwerke und Kommunen sehen durchaus die Vorzüge von Biomethan im Verkehrsbereich. Als Beispiel kann hier die Stadt Augsburg dienen, die schon vor Jahren damit begonnen hat, den Busfuhrpark auf Biomethan umzustellen. Das Thema Elektromobilität ist im Moment aber zugkräftiger in der Energiebranche. Und viele Akteure suchen nach dem richtigen Einstieg in die E-Mobilität als Geschäftsfeld. Ein paar der aktuellen Entwicklungen rund um diesen Trend haben wir für Sie zusammengefasst.

[Beitragsbild: VRD / stock.adobe.com]

Was wir Ihnen besonders ans Herz legen möchten in EUWID Neue Energie 49/2017:

1Europäisches Parlament: Auch Industrieausschuss unterstützt Erneuerbaren-Ziel von 35 Prozent

Wie zuvor der Umweltausschuss hat nun auch der Industrieausschuss (ITRE) des Europäischen Parlaments mit großer Mehrheit für ein EU-Ziel von 35 Prozent erneuerbaren Energien bis 2030 gestimmt.

2„Klimabilanz von Biomethan-Fahrzeugen deutlich besser als von Elektroautos“

Die Klimabilanz von Fahrzeugen, die mit Biomethan betrieben werden, fällt heute im Vergleich zur Well-to-Wheel-Klimabilanz von Elektroautos deutlich besser aus. Das sagt Janet Hochi vom Biogasrat+ im EUWID-Interview.

3Investitionen in erneuerbare Energien in Hessen 2016 um ein Viertel gestiegen

In Hessen haben die Investitionen in erneuerbare Energien im vergangenen Jahr wieder deutlich angezogen. Das zeigt der Energie-Monitoring-Bericht, den das Landeswirtschaftsministerium jetzt vorgelegt hat.

4E-Mobilität: Wo findet die Energiebranche die passenden Geschäftsmodelle?

Noch spielen Elektroautos auf der Straße eine untergeordnete Rolle, aber in der Energiewirtschaft geht bereits die Post ab. Die Unternehmen suchen nach dem richtigen Zugriff auf den erwarteten Elektromobilitätsboom.

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