Der Endenergieverbrauch der Schweiz ist 2017 gegenüber dem Vorjahr 2016 um 0,4 Prozent auf 849.790 TJ gesunken. Ein wichtiger Grund dafür sei die im Vergleich zum Vorjahr leicht wärmere Witterung, berichtet das Schweizer Bundesamt für Energie (BFE) in einer Mitteilung. Die Anzahl der Heizgradtage, die als ein wichtiger Indikator für den Energieverbrauch zu Heizzwecken gelten, nahm gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Prozent ab.

Allerdings stiegen im Jahr 2017 die Faktoren, die den langfristigen Wachstumstrend des Energieverbrauches bestimmen, und zwar die ständige Wohnbevölkerung (+0,9 Prozent), das Bruttoinlandprodukt (+1 Prozent), der Motorfahrzeugbestand (+1,2 Prozent) und der Wohnungsbestand (noch keine detaillierten Zahlen verfügbar). Effizienzsteigerungen und Substitutionseffekte wirkten sich hingegen dämpfend auf das Wachstum des Energieverbrauches aus.

Energieträger Heizöl, Erdgas und Strom machten mehr als die Hälfte aus

Der Verbrauch von Heizöl extra-leicht sank um 6,5 Prozent, der von Erdgas stieg dagegen um 1,4 Prozent. Der Elektrizitätsverbrauch nahm um 0,4 Prozent zu. Die drei Energieträger Heizöl, Erdgas und Strom machten somit im vergangenen Jahr mit 53,4 Prozent mehr als die Hälfte des Endenergieverbrauches aus.

Die energetische Verwendung von Industrieabfällen hat um 15,8 Prozent zugenommen, sein Anteil am Endenergieverbrauch lag im vergangenen Jahr bei 1,5 Prozent). Wie im Vorjahr hat der Verbrauch von Kohle (-3,8 Prozent) und den schweren Heizölsorten (-33,3 Prozent) abgenommen. Der Treibstoffverbrauch insgesamt hat gegenüber dem Vorjahr leicht abgenommen (-0,6 Prozent). Der Trend zur Substitution von Benzin durch Dieseltreibstoff setzte sich ungebrochen fort: Der Absatz von Dieselöl sank leicht um 0,3 Prozent, der Benzinverbrauch um 3,1 Prozent.

Verbrauchsanstieg bei erneuerbaren Energien

Im Bereich der erneuerbaren Energien gab es einen Verbrauchsanstieg. Die im Vergleich zum Vorjahr leicht wärmere Witterung wirkte sich zwar auf den Verbrauch von Energieholz (-0,9 Prozent) aus, der Verbrauch aller anderen erneuerbaren Energieträger nahm zu. Die Nutzung von Umgebungswärme mit Wärmepumpen lag 4,5 Prozent über dem Vorjahreswert, ebenso hat der Verbrauch von Fernwärme (+2,4 Prozent) und Solarwärme (+2,4 Prozent) zugenommen. Der Anteil dieser Energieträger am gesamten Endenergieverbrauch 2017 betrug 9,2 Prozent (Energieholz: 4,5 Prozent, Umgebungswärme: 2,0 Prozent, Fernwärme: 2,4 Prozent, Solarwärme: 0,3 Prozent).

Die direkte Nutzung von Biogas stieg leicht um 0,6 Prozent. Unter Berücksichtigung des ins Erdgasnetz eingespeisten Biogases (das statistisch unter Gas verbucht wird), ergibt sich ein Anstieg des Biogasverbrauches um 4 Prozent. Am gesamten Gasverbrauch machte das eingespeiste Biogas 2017 0,9 Prozent aus.

Der Verbrauch der biogenen Treibstoffe nahm gegenüber dem Vorjahr wiederum deutlich zu (+58,1 Prozent) und hat sich somit innerhalb der letzten vier Jahre mehr als verzehnfacht. Der Anteil der biogenen Treibstoffe am gesamten Absatz von Benzin und Diesel lag 2017 bei 2,6 Prozent (2016: 1,6%). Neben der Befreiung der biogenen Treibstoffe von der Mineralölsteuer wirkt sich auch deren Anrechnung als CO2-Kompensationsmassnahme verbrauchssteigernd aus, heißt es.

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