Betrieb im Geothermiekraftwerk Insheim unterbrochen

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Der Betrieb im Geothermiekraftwerk Insheim ist am 12. Februar unterbrochen worden. Grund hierfür war eine Störung im 20-kV-Netz, sagte Jörg Baumgärtner von der Bestec GmbH heute auf der Fachmesse Geotherm in Offenburg. Das Transformatorensystem für den Eigenverbrauch der Anlage sei ausgefallen und habe die Tauchpumpe beschädigt. Es könnte sein, dass die elektrische Seite nachgerüstet werden müsse, um den Betrieb wieder aufzunehmen. Baumgärtner erklärte, dass die Anlage am 17. Februar einen lauten Knall von sich gegeben habe und daraufhin ein Erdbeben mit einer Stärke von 2,0 verzeichnet wurde. Seitdem seien elf Schadensmeldungen eingegangen. Derzeit werde untersucht, warum das Beben mit einiger Verzögerung nach der abrupten Betriebsunterbrechung aufgetreten ist. Wie die Pfalzwerke geofuture GmbH als Betreiberin mitteilte, lag die maximal gemessene Bodengeschwindigkeit bei 1,8 mm pro Sekunde. Das sei deutlich unter dem Grenzwert von 3,0 mm pro Sekunde. „Wir gehen davon aus, dass es sich um eine Entspannungsreaktion des Reservoirs in der Anfahrphase des Kraftwerks handelt“, erklärte das Unternehmen. Das Geothermiekraftwerk Insheim war im November offiziell in Betrieb gegangen. Mit einer elektrischen Leistung von 4,8 MW und etwa 8.000 Betriebsstunden pro Jahr soll das Kraftwerk rund 33.700 MWh Strom erzeugen und somit rein rechnerisch etwa 8.000 Haushalte mit elektrischer Energie versorgen. Darüber hinaus kann die Anlage an das Nahwärmenetz angeschlossen werden und rechnerisch 600 bis 800 Haushalte mit Wärme versorgen. Im Rahmen der Mediation Tiefe Geothermie Vorderpfalz ist vereinbart worden, dass die Anlage in drei Jahren schrittweise hochgefahren wird, erklärte Baumgärtner. Damit soll die Einfahrzeit berücksichtigt werden. Vor der Betriebsunterbrechung erreichte das Kraftwerk 50 bis 55 Prozent der Nennleistung.


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