Mehr als ein Drittel ihres Stroms produziert die Lichtenrader Grundschule im Taunusviertel künftig selbst auf ihrem Dach. Die Technik dafür haben die Berliner Stadtwerke im Rahmen eines sogenannten Bezirkspakets errichtet, das insgesamt sechs solcher Solaranlagen im Bezirk Tempelhof-Schöneberg umfasst, davon fünf auf Schulen.

Die in diesem Frühjahr binnen zweier Wochen installierte Solarstromanlage kann mit ihren 168 Modulen rund 41.000 Kilowattstunden pro Jahr erzeugen, von denen etwa 83 Prozent auch tatsächlich in der Schule verbraucht werden. „Wir haben bei der Dimensionierung der Anlage darauf geachtet, sie im Sinne einer möglichst hohen Eigenverbrauchsquote auszulegen“, sagt Jörn Oltmann, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Bauen von Tempelhof-Schöneberg, „weil das nach den Bedingungen des Erneuerbare Energien-Gesetzes die wirtschaftlich beste Lösung ist.“

Mehrere Solarprojekte in einem Paket sparen Aufwand

Für Kerstin Busch, Geschäftsführerin der Berliner Stadtwerke, ist die zügige und günstige Umsetzung gleich mehrerer Solarprojekte in einem Paket sinnvoll: „Das spart eine Menge Verwaltungsaufwand, schafft Synergien und langfristig günstige Energiekosten für die Kunden und wir bringen zugleich Tempo in die Umsetzung dringend notwendiger Klimaschutzmaßnahmen.“

Die Solar-Pakete für Berliner Bezirke sind eine Art „Rundum-sorglos-Paket“: Die Berliner Stadtwerke installieren, warten und unterhalten die Anlagen, die so bemessen werden, dass die maximale Menge des erzeugten Stroms auch in dem Gebäude verbraucht wird. Das jeweilige Bezirksamt verpachtet die Dächer für einen symbolischen Betrag und pachtet im Gegenzug die Solaranlage. Durch den eingesparten Netzstrom kosten die Anlagen den Bezirksämtern kein zusätzliches Geld.

Vier von fünf Anlagen bereits fertig gestellt

Weitere Solaranlagen werden in Tempelhof-Schöneberg auf den Dächern der Werbellinsee-, der Marienfelder und der Carl-Sonnenschein-Grundschule sowie auf der Carl-Zeiss-Oberschule und auf dem Haus der Gesundheit errichtet. Davon sind vier bereits fertig gestellt worden, die letzte Anlage auf der Sonnenschein-Grundschule wird nach Erteilung der Denkmalschutzgenehmigung errichtet. Die Gesamtleistung dieses Bezirkspakets liegt bei 385 kW, mit denen eine Einsparung von 159 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr erzielt werden kann.

Bisher haben neben Tempelhof-Schöneberg auch die Bezirke Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg und Friedrichshain-Kreuzberg solche Solarpakete mit den Berliner Stadtwerken vertraglich vereinbart. Weitere Bezirke haben angekündigt, dem positiven Beispiel zu folgen.

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