BEE: „Spürbare Bremswirkung“ beim Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland

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Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) stellt eine „spürbare Bremswirkung“ beim Ausbau der Erneuerbaren Energien fest, „verursacht durch falsche Entscheidungen und verunsichernde Diskussionen“ in der Zeit der schwarz-gelben Regierung. Der Ausbau der meisten erneuerbaren Energien habe deutlich an Dynamik verloren, betont der Verband. Verantwortlich dafür seien falsche Weichenstellungen bei der letzten EEG-Novelle „ebenso wie massive Verunsicherungen durch fehlgeleitete Reformvorschläge aus dem Regierungslager“, kritisierte Dietmar Schütz, Präsident des BEE. Dessen ungeachtet wächst der Druck aus der Wirtschaft auf eine schnelle Reform des EEG unter einer neuen Bundesregierung. So forderte der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) den Umstieg auf ein Auktionsmodell und die Einrichtung einer „Strategischen Reserve“ konventioneller Kraftwerke. Die Zwischenbilanz des BEE zum Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland steht im Blickpunkt der Ausgabe 39/2013 von EUWID Neue Energien. Die am 25. September erschienene Publikation umfasst insgesamt 75 Nachrichten und Berichte zur Energiewende auf 28 Seiten. Eine Kurzcharakteristik der Ausgabe finden Sie nachstehend (zur kompakten Übersicht gelangen Sie hier):

Übergreifende Themen

Der Wahlsieg von CDU und CSU bei der Bundestagswahl am vergangenen Sonntag hat den Energie- und Umweltpolitikern der Unionsfraktion einen Wiedereinzug ins Parlament ermöglicht. Bundesumweltminister Peter Altmaier verteidigte seinen Wahlkreis Saarlouis mit 44,5 Prozent, während der energiepolitische Koordinator Thomas Bareiß sein Direktmandat im Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen mit 60,7 Prozent der Erststimmen holte. Die umweltpolitische Sprecherin Marie-Luise Dött zieht über die nordrhein-westfälische Landesliste erneut in den Bundestag ein. Der bisherige energiepolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Rolf Hempelmann, hatte sich nicht erneut um ein Bundestagsmandat beworben. Der umweltpolitische Sprecher Matthias Miersch gewann das Direktmandat im Wahlkreis Hannover-Land II mit 43,4 Prozent der Erststimmen. Bei den Grünen konnte sich der Sprecher für Energiewirtschaft, Oliver Krischer, ebenfalls über die nordrhein-westfälische Landesliste ein Mandat für weitere vier Jahre sichern. Auch die atompolitische Sprecherin Sylvia Kotting-Uhl aus Baden-Württemberg wird wieder im Parlament vertreten sein. Für den bisherigen energiepolitischen Sprecher Hans-Josef Fell aus Bayern hat es hingegen nicht gereicht. Auch die bisherige umweltpolitische Sprecherin Dorothea Steiner hat kein neues Mandat erhalten. Beide Politiker hatten nicht auf einem vorderen Listenplatz gestanden. Neben ersten Analysen zur Bundestagswahl befasst sich die übergreifende Berichterstattung von EUWID Neue Energien in Ausgabe 39/2013 auch mit dem Start der Vermarktung von „Windgas“ durch E.ON, den Forderungen der Energiespeicherbranche mit Blick auf die politischen Rahmenbedingungen und mit aktuellen internationalen Entwicklungen in Frankreich, Tschechien und Honduras. Preise für Strom, Heizöl und Rohstoffe sowie die Entwicklung des Renixx World zählen zu den weiteren Themen.

Bioenergie

Der Pelletverbrauch innerhalb der EU soll in diesem Jahr um rund zwölf Prozent auf ungefähr 16 Mio. Tonnen steigen. Wie es in dem GAIN-Report „EU Biofuels 2013“ des US-amerikanischen Agrarministeriums USDA heißt, wird für das Jahr 2014 ein erneuter weiterer Anstieg um sieben Prozent auf dann etwa 17,1 Mio. Tonnen erwartet. Damit hätte sich der Pelletverbrauch in der EU innerhalb von nur acht Jahren annähernd vervierfacht. EUWID stellt den Report vor. Der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel hat unterdessen angekündigt, dass das Land eine neue Biomassestrategie erarbeiten werde. Diese soll „auf realistischen Potenzialen“ beruhen, aber auch die unterschiedlichen Nutzungskonkurrenzen berücksichtigen, sagte der Grünen-Politiker auf der Jahrestagung Bioenergie der EnergieAgentur NRW. „Nordrhein-Westfalen spielt mit nahezu 600 Biogasanlagen, sieben Pelletierwerken, zahlreichen Biomassekraft- und -heizkraftwerken sowie kommunalen Vergärungsanlagen eine wichtige Rolle im Bioenergiesektor“, betonte der Minister. Schlechte Nachrichten gab es hingegen von der MT-Energie GmbH. Der Verlust des Unternehmens hat sich im ersten Halbjahr 2013 so deutlich ausgeweitet, dass er den Umsatz übersteigt. Nach Angaben des Biogasanlagenbauers ist der Umsatz um rund 60 Prozent auf 16,8 Mio. € eingebrochen, da die Nachfrage nach Biogasanlagen in Folge der Anfang 2012 in Kraft getretenen EEG-Novelle erneut schwächer ausgefallen sei als erwartet. Das Wachstum im Ausland habe diesen Nachfragerückgang in Inland nicht kompensieren können. Im Marktbereich der NE-Ausgabe 39/2013 finden sich Verkaufspreise für Biodiesel, DEPV-Verbraucherpreise für Holzpellets und die jüngsten Großhandelspreise für Getreide und Ölsaaten. Unternehmensmeldungen zu Biogas Nord, CropEnergies, Brüning-Megawatt, Agrargenossenschaft Bucha, Viridis Energy und weiteren Marktakteuren runden die Berichterstattung im Bioenergiebereich ab.

Solarenergie

Der Solarkonzern Yingli hat seine weltweit führende Position beim Absatz von PV-Modulen verteidigt. Wie sich aus einer aktuellen Übersicht des Marktforschungsunternehmens IHS ergibt, konnte Yingli in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres 1.450 MW an Photovoltaikmodulen absetzen und damit einen Marktanteil von 8,1 Prozent erreichen. Dabei habe das Unternehmen insbesondere von der starken Nachfrage im Heimatmarkt China profitiert. Hier landet dem Bericht zufolge bereits jedes dritte Yingli-Modul, eine weitere Steigerung des Anteils im zweiten Halbjahr sei bereits absehbar. Auf Position zwei der Absatz-Rangliste liegt mit Trina Solar ein weiteres chinesisches Unternehmen, das mit einem Absatz von 1.040 MW auf einen Marktanteil von 5,8 Prozent kommt. Laut IHS ist der Abstand on Yingli auf den Zweitplatzierten gestiegen. Gemessen am Umsatz kommen die Marktforscher auf einen Vorsprung von 39 Prozent, nachdem Yingli vor einem Jahr nur 27 Prozent Umsatzvorsprung auf das damals zweitplatzierte US-Unternehmen First Solar hatte. Im aktuellen Ranking liegt First Solar auf Platz 3 (900 MW) vor Sharp (800 MW), bevor mit Canadian Solar (790 MW) und Jinko Solar (660 MW) zwei weitere Unternehmen mit chinesischer Produktion folgen. Bemerkenswert ist der Aufstieg von Sharp. Das Unternehmen kam vor einem Jahr auf einen Marktanteil von 2,7 Prozent, den man deutlich auf 4,5 Prozent steigern konnte. Mit Kyocera konnte ein weiteres japanisches Unternehmen einen deutlichen Anstieg seiner Marktbedeutung verbuchen. Im Falle von Kyocera erhöhte sich der Anteil am Weltmarkt von 2,1 auf 3,6 Prozent. Auch der dritte große japanische Player, Solar Frontier, legte zu und verbesserte sich in der Rangliste von Platz 14 auf Platz 11 bei einem Umsatzanstieg um 68 Prozent. Ähnlich wie im Falle von Yingli spielt für die japanischen Unternehmen die wachsende Bedeutung des Heimatmarkts eine zentrale Rolle. China und Japan gelten als die beiden am stärksten wachsenden Solarmärkte im laufenden Jahr. Die Mercom Capital Group geht in ihrer jüngsten Studie für das laufende Jahr von einem Marktvolumen von 8,5 GW in China und 7,0 GW in Japan aus (EUWID 38/2013). Auch die jüngsten Entwicklungen bei Solarwatt, Siemens, Rioglass, Baywa r.e. und SMA Solar finden ihre Berücksichtigung in der Solarberichterstattung von EUWID Neue Energien. Ergänzt wird das Themenfeld mit den aktuellen Daten zur Solarstromeinspeisung im September.

Windenergie

Eine aktuelle ZSW-Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass die Onshore-Windbranche bis zum Jahr 2012 mehr Unternehmens- und Einkommensteuern gezahlt als Förd
erungen erhalten
hat. 2,5 Mrd. € beträgt laut Studie die Differenz. Seit 1980 hätten Bund und Länder demnach rund 5,5 Mrd. € für die Windenergie aufgewendet. Dem stehen der Studie zu Folge Einnahmen von rund 8,0 Mrd. € gegenüber. „Der Einsatz öffentlicher Mittel hat sich für den Staat also gelohnt“, heißt es in der Analyse. In Hessen bröckelt das überparteiliche Energiewende-Bündnis aus dem Jahr 2011. Unter dem Eindruck der Reaktorkatastrophe von Fukushima hatte die schwarz-gelbe Regierung gemeinsam mit SPD und Grünen ein Energiewendepapier beschlossen. Jetzt, zum Ende der Legislaturperiode, sind die Liberalen auf Distanz zu den Beschlüssen gegangen. Die Ingenieurgesellschaft Windprojekt betreibt seit dieser Woche einen 140-MW-Windpark nördlich von Neubrandenburg. Teil des Parks ist die bundesweit größte Versuchsanlage zur Energiespeicherung über Wasserstoff. Der gesamte Bau von Windpark, Ein-Megawatt-Versuchsanlage, Umspannwerk und eines Windkraftanlagen-Dienstleistungszentrums kostete rund 220 Mio. € und entstand in zwei Jahren. Weitere Themen der Windberichterstattung in EUWID 39/2013 sind die Neuerwerbungen von PNE Wind in der Nordsee, ein 70-MW-Windpark im Hunsrück sowie die Insolvenz der Windreich-Tochter WKU. In den Firmenmeldungen sind diese Woche Nordex und die Stadtwerke München.

Geothermie

Die Berichterstattung im Bereich Geothermie konzentriert sich in dieser Woche auf das Ausland. In der Schweiz hat der Nationalrat den Bundesrat beauftragt, einen Aktionsplan zur Förderung der Geothermie auszuarbeiten. Einen entsprechenden Beschluss hat das Parlament in Bern gefasst. Der Aktionsplan soll unter anderem einen Richtplan beinhalten, in dem geeignete Standorte für Tiefenbohrungen aufgeführt sind. In Reno im US-Bundesstaat Nevada gab das amerikanisch-israelische Geothermieunternehmen Ormat Technologies, Inc. bekannt, dass es in Neuseeland zusammen mit dem Energieversorger Mighty River Power (MRP) das Geothermiekraftwerk Ngatamariki in Betrieb genommen hat. Das Kraftwerk in der Nähe von Taupo im Norden Neuseelands sei in einer Rekordzeit von zwei Jahren errichtet worden und habe eine installierte Kapazität von 100 MW, teilte Ormat mit. Das Investitionsvolumen beträgt 475 Mio. US-Dollar.

Wasserkraft

Die EU-Kommission überprüft die Vorschriften und Verfahren zur Vergabe von Wassernutzungskonzessionen für die Stromerzeugung in den Mitgliedstaaten. Alle Länder seien ersucht worden, Informationen einzureichen, teilte die Kommission mit. Anlass für die Generalüberprüfung ist das Verfahren für die Konzessionsvergabe in Portugal. Ungeachtet dessen will der Baukonzern Hochtief ein Pumpspeicherkraftwerk im Kreis Lippe errichten. Die Anlage mit geplanten 320 MW könne bereits 2020 in Betrieb gehen, teilte die für das Projekt gegründete Gesellschaft PSW Lippe GmbH mit. Das Unternehmen gehört zu 100 Prozent dem Baukonzern.


Die Kurzcharakteristik der vergangenen fünf Ausgaben können Sie hier einsehen:

Ausgabe 38/2013 (18. September): EU-Parlament will traditionelle Biokraftstoffe begrenzen – Industrie will Wind- und Solaranlagen begrenzen Ausgabe 37/2013 (11. September): Erneuerbaren-Förderung: Energiewirtschaft weist Quotenmodell als Alternative zum EEG zurück Ausgabe 36/2013 (4. September): Ausbauprognosen für Photovoltaik im zenariorahmen Strom deutlich gekürzt Ausgabe 35/2013 (28. August): Altmaier: EEG-Reform auf Strommarktdesign und nationale Ausbaukonzeption ausrichten Ausgabe 34/2013 (21. August): Biogas-Monitoringbericht: Eingespeiste Menge an Biomethan steigt 2012 um die Hälfte

EUWID Neue Energien – Energiewende kompakt

Das Informationskonzept von EUWID Neue Energien ist darauf abgestimmt, Leser mit knappem Zeitbudget schnell und trotzdem umfassend über die Entwicklungen in Märkten und Politik zu informieren. Die Redaktion sichtet hierzu täglich mehrere hundert Informationsquellen und spricht mit den Experten der Branche. Aus der Vielzahl der Quellen selektiert das Redaktionsteam die zentralen Fakten, recherchiert die Hintergründe und bündelt die Informationen in kompakter Nachrichtenform. Thematische Schwerpunkte von EUWID Neue Energien sind die Erzeugung von erneuerbaren Energien und die intelligente Nutzung von Energie. Neben Wirtschafts- und Politikmeldungen stehen dabei Markt- und Preisinformationen im Fokus. EUWID Neue Energien bietet unter anderem Preise für NawaRo-Holz, Pellets, Altholz, Sägerestholz, Biodiesel, Getreide und Ölsaaten, Solarmodule und Ökostrom. Auch die PV-Zubauzahlen der Bundesnetzagentur sowie Einspeisewerte für Solar- und Windstrom werden regelmäßig ausgewertet.

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