BAFA fördert seit März „Kleinserien Klimaschutzprojekte“

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Quelle: BAFA

Seit dem Inkrafttreten der Kleinserien-Richtlinie am 1. März 2018 fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Investitionen in fünf innovative und klimaschonende Technologien, die bereits marktreif entwickelt sind. Wie die Behörde mitteilte, sollen mit dem Förderprogramm „Kleinserien Klimaschutzprodukte“ die Marktdurchdringung dieser Produkte unterstützt und der Innovationsprozess beschleunigt werden. Die Förderung endet am 28. Februar 2021.

Antragsberechtigt sind private und kommunale Unternehmen sowie Kommunen (Städte, Gemeinden, Landkreise), Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Krankenhäuser. Die Förderung der Wärmerückgewinnung aus Abwasser richtet sich jedoch auch an Privatpersonen. Zudem erhalten nur Vorhaben eine Förderung, mit denen erst nach Bewilligung des Antrags durch das BAFA begonnen wird. Als Beginn des Vorhabens gilt der rechtsgültige Abschluss eines der Ausführung zuzurechnenden Lieferungs- und Leistungsvertrags. Ausgenommen hiervon sind Vorhaben aus dem Bereich der Schwerlastfahrräder, die schon seit dem 29. November 2017 begonnen haben dürfen.

Zu den fünf förderfähigen Technologien, die im Rahmen eines Ideenwettbewerbs ausgewählt wurden, zählen neben Anlagen zur lokalen Sauerstoffproduktion folgende vier Technologien:

Kleinstwasserkraftanlagen in technischen Installationen bis 30 kWel

Im Rahmen der Kleinserien Richtlinie sind Kleinstwasserkraftanlagen förderfähig, die in technische Installationen, wie beispielsweise Abwasser- oder Trinkwassernetze, integriert werden und eine maximale elektrische Leistung (unter Volllast) von bis zu 30 kW aufweisen. Der Förderbetrag richtet sich nach der elektrischen Leistung der Kleinstwasserkraftanlage und wird anhand der installierten Leistungseinheiten (kWel) ermittelt. Bis zu einer elektrischen Leistung von einem Kilowatt werden 4.000 € Förderung gezahlt, darüberliegende Leistung wird zusätzlich mit 2.000 € je Kilowatt gefördert, so dass beispielsweise eine Anlage mit 20 kW eine Förderung von 42.000 € erhält. Maximal können 30 Prozent der förderfähigen Investitionskosten (Anschaffung und Installation) gefördert werden.

Dezentrale Einheiten zur Wärmerückgewinnung aus Abwasser in Gebäuden

Förderfähig sind Investitionen in Duschrinnen, -tassen und -rohre mit Wärmeübertrager sowie in Anlagen zur Wärmerückgewinnung aus dem gesamten, im Gebäude anfallenden Grauwasser. Der Förderbetrag wird anhand den förderfähigen Investitionskosten und der Anzahl der beantragten Wärmeübertragereinheiten (bei Duschrinnen, Duschtassen und Duschrohren mit Wärmeübertrager) oder der Anzahl der an die Wärmerückgewinnungsanlage für das im gesamten Gebäude anfallende Grauwasser angeschlossene Einheiten (Duschen) sowie der Notwendigkeit eines zweiten Leitungsnetzes ermittelt. Maximal jedoch 30 Prozent der förderfähigen Investitionskosten (Anschaffung und Installation).

Bohrgeräte für innovative Erdwärmespeichersonden

Durch innovative Erdwärmespeichersonden mit hohen Entzugsleistungen kann das Anwendungsfeld erdgekoppelter Wärmepumpen ausgeweitet werden und effizienter gestaltet werden. So weisen diese Technologien, die erheblich höhere Entzugsleistungen als konventionelle Doppel-U-Erdwärmesonden aufweisen, Vorteile beim Gewässerschutz und bei Bohrungen in sensiblen Gebieten.

Im Rahmen der Kleinserien-Richtlinie sind Anschaffungen von Bohrgerät, welches ein Bohrgestänge mit Schutzverrohrung und einen Bohrkopf oder Hohlbohrschnecke umfasst, gefördert. Das Bohrgerät muss für den Zweck der Bohrungen für Erdwärmespeichersonden mit hohen Entzugsleistungen geeignet und bestimmt sein.

Förderfähig sind die Ausgaben für die Anschaffung von Bohrgeräten. Der Fördersatz richtet sich nach den zuwendungsfähigen Investitionskosten. Maximal liegt der Fördersatz bei 40 Prozent der Anschaffungskosten des Geräts, jedoch bei maximal 20.000 € je Gerät.

Elektrisch unterstützte Lastenfahrräder und Lastenanhänger

Lastenräder können im urbanen und suburbanen Lieferverkehr einen merklichen Beitrag zum Klimaschutz leisten – besonders auf der sog. „letzten Meile“. Zusätzlich bestehen weitere verkehrsgekoppelte Nachhaltigkeitsvorteile, wie z.B. Feinstaub- und Stickoxidminderungen sowie Reduzierung der Lärmemissionen. Im Rahmen der Kleinserien-Richtlinie sind Investitionen in E-Lastenfahrräder und Lastenanhänger mit elektrischer Antriebsunterstützung für den fahrradgebundenen Lastenverkehr förderfähig. Gefördert werden 30 Prozent der Ausgaben für die Anschaffung, maximal jedoch 2.500 € pro Lastenfahrrad, -anhänger oder Gespann.

Weitere Informationen zum Förderprogramm Kleinserien Klimaschutzprodukte und zur Antragstellung, zum Beispiel Online-Formulare und Merkblätter, sind auf der Internetseite des BAFA unter www.bafa.de/kkp veröffentlicht.

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