Baden-Württemberg setzt auf ReFuels als Wirtschaftstreiber

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Symbolbild: Wasserstoff
Quelle: AA+W/AdobeStock

Die baden-württembergische Landesregierung will die Verkehrswende mit erneuerbaren Kraftstoffen vorantreiben. Das Landeskabinett votierte am 19. Januar dafür, zusammen mit Wirtschaft und Wissenschaft einen konkreten Fahrplan für die weitere Förderung von sogenannten ReFuels zu entwickeln, die aus CO2 und Wasserstoff und mit Strom aus erneuerbaren Quellen hergestellt werden. Das Verkehrsministerium wurde eigenen Angaben zufolge damit beauftragt, diese Roadmap zusammen mit anderen Ressorts zu erarbeiten.

„Wir haben hohe Erwartungen in diese Roadmap für ReFuels“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne). „Wir wollen dafür sorgen, dass diese klimaneutralen Kraftstoffe in naher Zukunft in größeren Mengen produziert werden. Sie sollen insbesondere in Flugzeugen, im Schwerlastverkehr und in der Schifffahrt eingesetzt werden.“

Demonstrationsanlage in Karlsruhe geplant

Für den Aufbau einer globalen Versorgung mit ReFuels bedarf es vieler Anlagen. „Das ist eine große Chance für den Anlagenbau“, erklärte Hermann. „In diesem Wirtschaftssektor hat Deutschland und vor allem Baden-Württemberg eine große Kompetenz.“ Eine Demonstrationsanlage bei der Miro-Raffinerie in Karlsruhe soll die Grundlagen liefern.

Die Voraussetzung, um erneuerbare Kraftstoffe auf den Markt zu bringen, sei ein regulatorischer Rahmen, der den Unternehmen Planungs- und Investitionssicherheit und damit die Basis für neue Geschäftsmodelle bietet. „Dafür brauchen wir auf der Bundesebene dringend eine Unterquote für ReFuels in der EU-Richtlinie Renewable Energy Directive (RED II) und eine Anhebung des Gesamtniveaus der Treibhausgasquote“, sagte der Verkehrsminister.

Öffentlichkeit wird in Kürze beteiligt

Die vom Landeskabinett befürwortete Roadmap reFuels wird Fragen wie die Kraftstoffbereitstellungspfade oder Szenarien zur Nachfrageentwicklung sowie Marktanalysen, Zielmärkte für Technologieexport, Partnerländer und internationale Wettbewerbsanalyse behandeln. Es werden sowohl politische Handlungsempfehlungen gegeben als auch konkrete Maßnahmen zur Umsetzung vorgeschlagen. In Kürze beginnt die Beteiligung der Öffentlichkeit zur Roadmap. Geplant sind Workshops mit den relevanten Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und Politik. Im Rahmen der Beteiligung sollen weitere Maßnahmenvorschläge gesammelt werden.

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