Axpo: Erheblicher Wertverlust bei Pumpspeicherkraftwerk

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Der Schweizer Energieversorger Axpo muss erhebliche Abschreibungen für das neue Pumpspeicherkraftwerk (PSW) Limmern in der Bilanz vornehmen. Wie Axpo in der vergangenen Woche bekannt gab, habe die Überprüfung der Werthaltigkeit einen Berichtigungsbedarf von 540 Mio. Schweizer Franken (rund 495 Mio. €) ergeben. „Die im Vergleich zum Vorjahr um rund 30 Prozent gesunkenen europäischen Großhandelspreise für Strom sind ein klares Anzeichen dafür, dass die Phase der tiefen Preise länger andauern wird als noch vor einem Jahr erwartet“, heißt es in einer Mitteilung der Axpo Holding. Insgesamt würden die Anpassungen das Betriebsergebnis (EBIT) des Konzerns voraussichtlich mit rund 1,4 Mrd. CHF belasten, was zu einem erneut deutlich negativen Unternehmensergebnis führen dürfte. Betroffen von den erneuten Wertberichtigungen sind neben dem PSW Limmern vor allem Wasser- und Kernkraftwerke sowie die Energiebezugsverträge mit Partnerwerken und französischen Kernkraftwerken. Die Profitabilität des PSW Limmern hänge stark von der Preisdifferenz zwischen Grundlaststrom und Spitzenstrom ab, der bei Verbrauchsspitzen oder zum Ausregeln von Netzschwankungen gebraucht wird, führt Axpo aus. Diese Marge sei für einen rentablen Betrieb nicht ausreichend, und Axpo rechnet nicht damit, dass sich dies mittelfristig ändern wird. Dennoch geht die Gruppe davon aus, dass die Profitabilität des PSW Limmern in Zukunft angesichts des Trends zu zunehmend unregelmäßig anfallender Energieproduktion gesteigert werden kann. Dazu müssten alle Einnahmequellen (Spot-, Intraday-, Options- und Systemdienstleistungs-Märkte, Kapazitäts-, Netz- oder Versorgungsreserven) genutzt und die Belastungen durch Abgaben reduziert werden können. Regelenergie sei ein Trumpf des neuen, mit schnell umschaltbaren Pumpturbinen ausgestatteten PSW Limmern. .

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