AustroCel will 40 Mio. € in Bioethanolanlage investieren

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Zellstoffwerk von AustroCel in Hallein
Quelle: AustroCel

Der österreichische Textil-Zellstoff-Hersteller AustroCel wird sein Zellstoffwerk in Hallein für rund 40 Mio. € um eine Bioethanolanlage erweitern. Wie das Unternehmen mitteilte, soll für die Bioethanolproduktion pflanzlicher Abfall aus der industriellen Zellstoffproduktion eingesetzt werden. Die Kapazität wird sich auf 30 Mio. Liter belaufen. Die Genehmigung der Anlage steht allerdings noch aus und wird im Sommer 2018 erwartet, im Herbst soll der Baubeginn erfolgen. Die Inbetriebnahme ist AustroCel zufolge Anfang 2020 geplant.

Auf die im Jahr 2014 für 2,5 Mio. € erweiterte Biogasanlage des Unternehmens hat die neue Bioraffinerie keine Auswirkungen, da für die Ethanolproduktion Braunlauge eingesetzt wird, während die Biogasanlage mit den in der Bleicherei entstehenden Nebenströmen betrieben wird. Neben der Biogasanlage mit einer thermischen Leistung von 8 MW betreibt das Unternehmen noch ein Biomasse-Heizwerk mit einer thermischen Leistung von 30 MW.

Zehn Prozent des Umsatzes von AustroCel entfallen bereits auf Bioenergieanlagen

Im Rahmen eines Pressegesprächs am 16. April 2018, bei dem auch der Ausbau des Zellstoffwerks um 13 Prozent bekannt gegeben wurde, hat AustroCel seine Geschäftszahlen für 2017 vorgelegt. Das Holzheizkraftwerk und die Biogasanlage haben demnach 110.618 MWh Fernwärme und 91.289 MWh Strom produziert. Der Umsatzanteil der Energieproduktion wird von AustroCel mit zehn Prozent angegeben, insgesamt erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 149,8 Mio. €.

Faserholzsortimente dienen der Energiegewinnung

Im Zuge der Erweiterungsinvestitionen im Zellstoffwerk wird auch der Holzbedarf ab 2020 proportional um rund 13 Prozent ansteigen. Für 2018 sind 380.000 Tonnen atro Holz für die Zellstoffproduktion und 45.000 Tonnen atro Energieholz budgetiert. Als Produktionsholz werden weiterhin nahezu ausschließlich Hackschnitzel und für die Energiegewinnung Faserholzsortimente eingesetzt. 2017 wurden in dem Zellstoffwerk rund 363.000 Tonnen atro Produktionsholz verbraucht, wovon 342.000 Tonnen atro auf Hackschnitzel entfielen. Der Energieholzeinsatz lag bei 45.000 Tonnen atro.

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