Ausschreibungsvolumen von Onshore-Wind soll vom Zubau anderer Technologie abhängen

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Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) hat in der vergangenen Woche überarbeitete Eckpunkte zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) vorgelegt. Das Ministerium will über den Umstieg des Förderregimes von Einspeisevergütungen auf Auktionen unter anderem erreichen, dass der Zubau von erneuerbaren Energien planvoller als bislang von Statten geht. Die Ausschreibungsvolumina sollen vor diesem Hintergrund so festgelegt werden, dass die Onshore-Windkraft einen zu großen oder zu kleinen Zubau in den anderen Technologiebereichen auffängt. Die Windbranche kritisiert, dass die entsprechende Formel den Eindruck erwecke, dass die einzelnen Erneuerbaren-Energien-Technologien gegeneinander ausgespielt werden sollen. Auch der schleswig-holsteinische Energieminister Robert Habeck reagierte verärgert. „Das ist faktische eine zusätzliche Deckelung für Wind an Land.“ Die jüngsten Eckpunkte zur EEG-Novelle aus dem Hause von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) sind Gegenstand des Titelberichts und eines Sonderthemenbereichs von EUWID Neue Energie 49/2015. Die am 2. Dezember erschienene Ausgabe umfasst insgesamt 98 Nachrichten, Berichte und Analysen zur Energiewende auf 36 Seiten. Das BMWi nennt drei Leitgedanken für die Formulierung des EEG 2016. Erstens solle sichergestellt werden, dass der Ausbaukorridor für erneuerbare Energien im Stromsektor weder über- noch unterschritten wird. Dies soll im Rahmen der Ausschreibungen unter anderem dadurch sicher gestellt werden, dass ein großer Anteil der Projekte, die einen Zuschlag erhalten, auch realisiert wird. Zweiter Leitgedanke ist die Kosteneffizienz. Der Umstieg auf Ausschreibungen soll sich nur auf solche Segmente beziehen, die von einer ausreichend hohen Wettbewerbsintensität gekennzeichnet sind. Als dritten Grundgedanken nennt das BMWi den Erhalt der Akteursvielfalt, die beispielsweise damit geschützt werden soll, dass kleinere Projekte bis zu einem Megawatt Leistung nicht ausgeschrieben werden sollen. Die Bioenergie soll zunächst nicht unter das Ausschreibungsregime fallen. Die EEG-Eckpunkte sehen aber vor, dass das BMWi eine Verordnungsermächtigung erhalten soll, entsprechende Ausschreibungen auch für den Bioenergiebereich zu etablieren. Dabei geht es weniger um Neuanlagen als um den Schutz der Bestandsanlagen. Das drohende Auslaufen der EEG-Förderung für Bioenergieanlagen würde ohne Anschlussförderung dazu führen, dass die Anlagen vom Markt verschwinden, da ein wirtschaftlicher Betrieb nicht erreichbar ist. Der Bundesverband Altholz warnt in diesem Kontext von einem „ernsthaften Entsorgungsproblem“, sollten Verbrennungskapazitäten als Konsequenz mangelnder Wirtschaftlichkeit verloren gehen.

Volumen von Redispatch-Maßnahmen steigt 2014 um sechs Prozent

Ein Verlust von Bioenergiekapazitäten könnte sich auch für die Energiewende zum Problem entwickeln, da die entsprechenden Anlagen anders als die Wind- oder Solarenergie dargebotsunabhängig Strom erzeugen und durch eine angepasste Fahrweise zur Netzstabilisierung beitragen können. Der in der vergangenen Woche vorgelegte Monioringbericht Strom und Gas von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt zeigt, dass die erforderlichen Netzstabilisierungsmaßnahmen im vergangenen Jahr deutlich zugenommen haben. Neben dem Einspeisemanagement, bei dem regenerative Stromerzeuger vom Netz genommen werden, sind auch die Redispatch-Maßnahmen im Volumen gestiegen. Entsprechende Aktivitäten, bei denen die Übertragungsnetzbetreiber in die Kraftwerksfahrweise eingreifen, sind 2014 im Vergleich zum Vorjahr laut Monitoringbericht um sechs Prozent auf 8.453 Stunden angestiegen. Mit großer Spannung blickt auch die Energiebranche derzeit nach Paris zum Weltklimagipfel. Im Vorfeld wurde in Europa einmal mehr diskutiert, wie man die Potenziale der Energieeffizienz für den Klimaschutz heben kann. Konkret geht es um die Abwägung, ob verbindliche Vorgaben, etwa auf EU-Ebene, zielführend sind oder ob es genügt, auf freiwillige Maßnahmen zu setzen. Die Industrie in Deutschland verweist in diesem Zusammenhang auf umfangreiche Anstrengungen, die in den vergangenen Jahren ergriffen wurden, um die Energieeffizienz zu steigern. Und sie warnt vor einseitigen regulatorischen Maßnahmen, die die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Unternehmen beeinträchtigen könnten. EUWID Neue Energie stellt den aktuellen Stand der Diskussion vor. Unternehmen und Institutionen in der aktuellen Ausgabe (Auswahl): AK Biogas Südwest, Allianz, Baxi Innotech, Bilfinger Offshore, Bundeskartellamt, Bundesnetzagentur, BBE, BDI, BEMD, BDEW, BWE, BSW-Solar, Chorus, Danpower, DEG, DBV, DIHK, DVGW, Dfbee, E.ON, EEV Bioenergie, e-mobil BW, EnBW, EVN, EWE, German Pellets, Irena, KWO, Lazard, MVV Energie, Next Kraftwerke, Prokon, RWE, Siemens, SPIE, sonnen, Techem, Vaillant, Vattenfallm VBEW, VDB, VNG, VDZ, WSE, Zvshk. Graphiken und Tabellen in der aktuellen Ausgabe (Auswahl): Installierte Kraftwerksleistung in Deutschland nach Bundesländern, Preise für Biodiesel, Großhandelspreise für Getreide und Ölsaaten, Windenergieeinspeisung, Marktdaten Windenergie, Solareinspeisung, Renixx World, Rohstoffpreise, Heizölpreise. Ein Testpaket von EUWID Neue Energie mit Zugriff auf das Gesamtangebot können Sie hier kostenlos bestellen

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