Das Corona-Virus legt das öffentliche Leben in Deutschland Schritt für Schritt lahm. Es überrascht dann auch nicht, dass der lange angekündigte Bund-Länder-Gipfel zur Beschleunigung der Energiewende am vergangenen Donnerstag ebenfalls im Zeichen der Corona-Krise stand. Das Ergebnis ist die Einrichtung einer Arbeitsgruppe, die nun den „gordischen Knoten“ durchschlagen soll.

Für viele Beobachter ist das ein enttäuschendes Resultat. Und selbst wenn man einräumt, dass sich die politische Themengewichtung angesichts der akuten Gesundheitskrise verändert hat: Die Warnungen etwa vor den Auswirkungen des 52-GW-Deckels für die Photovoltaik reichen mehr als ein Jahr zurück, Zeit, hier tätig zu werden, gab es in ausreichendem Maße.

Wie der aktuelle Sachstand nach dem Gipfel in Berlin aussieht, das lesen Sie auf dem Titel der jetzt erschienenen Ausgabe 12.2020 von EUWID Neue Energie. Auch der Bundesrat war in der vergangenen Woche aktiv und hat über das Kohleausstiegsgesetz beraten. Die Länder sehen hier erheblichen Nachbesserungsbedarf, insbesondere auch im Bereich der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Sie wollen erreichen, dass auch Biogas und Wasserstoff als technologische Option Berücksichtigung finden.

Veränderungen der Rahmenbedingungen wünscht sich auch die Energiespeicherbranche. Die jüngsten Zahlen, die der Branchenverband BVES jetzt vorgestellt hat, zeigen ein solides Marktwachstum um zehn Prozent. Mit geeigneten Rahmenbedingungen wäre aber vermutlich weit mehr möglich. So verfestigt sich dann auch der Trend, dass sich die Geschäftsentwicklung vieler Energiespeicher-Unternehmen zunehmend auf das Ausland konzentriert. (Nachweis für Beitragsbild: peterschreiber.media – stock.adobe.com)

Top-Themen der Woche:

1 KOMMENTAR

  1. Alle Versäumnisse in der Energie- und Infrastrukturpolitik der letzten Jahre fallen der Bundesregierung in Zeiten der Corona-Krise auf die Füße – es kann auch jede andere Krise sein.
    Das ist ein grundsätzliches Problem der deutschen Politik:
    Immer neue Ziele, die fast nie erreicht werden und keiner wird zur Rechenschaft gezogen.
    Man formuliert einfach neue Ziele und setzt auf Vergessen.
    Das ist nicht zukunftsfähig!

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