Wann und wo ist die Umstellung von Diesel- auf E-Busse für ÖPNV-Unternehmen sinnvoll? Das herstellerunabhängige Analysetool OmniE soll künftig Auskunft geben und Busflottenbetreibern in ganz Europa Substitutions-Szenarien aufzeigen. Das Analysetool wird im Rahmen des gestarteten Forschungsprojekts „OmniE – IKT Tool zur System- und Flottenanalyse für Elektro-Omnibusse“ entwickelt, teilt das Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE mit.

Die Innovation von OmniE gegenüber bereits existierenden Ansätzen sei die Komplexität der Analyse. Nach Einschätzung von Matthias Puchta, Gruppenleiter Energiespeicher am Fraunhofer IEE in Kassel, binden vorhandene Tools wichtige Faktoren wie beispielsweise Batteriealterung und Netzanalyse nicht adäquat ein. Mit dem OmniE Analysetool würden jedoch alle für ein ÖPNV-Unternehmen relevanten Variablen berücksichtigt.

OmniE analysiert verschiedene Substitutions-Szenarien und stellt diese nachvollziehbar dar. ÖPNV-Betreiber sollen so aussagekräftige Daten zu Kostenstrukturen, CO2-Einsparungen und individuellen Ladekonzepten inklusive Informationen zur möglichen Konfiguration, Standort und Energieversorgung der Ladeinfrastruktur erhalten. „So können wir einerseits das Fehlinvestitionsrisiko verringern und andererseits die Akzeptanz für diese neue Technologie steigern“, erklärt Benedikt Mundl, Projektleiter der monalysis GmbH. ÖPNV-Betreiber erhielten deutlich mehr Sicherheit bei der Umstellung ihrer Busflotten.

Prof. Andreas Rupp von der Hochschule Kempten sieht in dem Projekt eine große Chance die entwickelten innovativen Konzepte für energetische Betrachtung und Simulation der Busse einzubringen. Dabei werden mit speziell entwickelten Datenloggern diverse Messwerte, wie zum Beispiel das Bewegungsprofil sowie die aktuelle Anzahl der beförderten Personen unter anderem in den Linienbussen erfasst. Diese Daten sollen sowohl mit Höheninformationen als auch Umgebungsparametern angereichert werden, um das entwickelte Energiemodell zu verbessern.

Göttingen will ÖPNV bis 2030 auf Elektrobusse umstellen

Die Göttinger Verkehrsbetriebe wollen das Analysetool erstmals für ihre Busflotte anwenden und erhoffen sich durch das Projekt eine umfangreiche Unterstützung bei der Umstellung auf Elektroantriebe. „In Göttingen ist das Ziel, den ÖPNV bis zum Jahr 2030 auf Elektrobusse umzustellen und so einen signifikanten Beitrag zum Klimaschutz zu leisten“, sagt Thomas Zimmermann, Betriebsleiter der Göttinger Verkehrsbetriebe GmbH. Das bedeute eine große Herausforderung mit enorm hohem Kostenaufwand. „Ohne das Analysetool, das im Projekt OmniE realisiert werden soll und uns alle wichtigen Faktoren für eine Umstellung aufzeigt, wäre das nicht möglich“, so Zimmermann.

Das Projekt wird vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) für drei Jahre mit 1,5 Mio. € gefördert. Projektpartner sind die monalysis GmbH, EnergieNetz Mitte GmbH, Göttinger Verkehrsbetriebe GmbH, Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten sowie die Regionalmanagement Nordhessen GmbH.

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Beitragsbild: scharfsinn86 / Fotolia (Symbolbild)

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