Alpiq vermarktet Strom aus deutschem Windpark direkt

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Der Schweizer Energiekonzern Alpiq vermarktet Strom aus einem deutschem Windpark jetzt erstmals direkt auf dem Schweizer Großhandelsmarkt. Der Windpark Verenafohren der deutschen Hegauwind GmbH & Co. KG mit 9,9 MW installierter Leistung stehe wenige Meter von der Schweizer Grenze entfernt auf deutschem Gebiet, geht aus einer Mitteilung von Alpiq hervor. Der dort produzierte Strom werde nun in das Schweizer Netz eingespeist.

Verenafohren sei damit der erste Windpark, dessen Produktion in der Schweiz direkt, das heißt vom Besitzer des Windparks eigenverantwortlich, auf dem Großhandelsmarkt vermarktet werde. Dabei erhält der Windpark keine fixe Vergütung pro produzierter kWh, wie es typischerweise mit einer kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) der Fall wäre. Der erzeugte Strom werde zum jeweiligen Marktpreis direkt an der Schweizer Strombörse verkauft. Der Erlös geht an den Windparkbetreiber und er erhält zudem vom Verteilnetzbetreiber die Differenz zwischen dem Marktpreis und der für jede Energieform festgelegten Vergütung.

Flexibles Wasserkraftportfolio

Da Alpiq die Kosten für die Abweichung der Prognose von der tatsächlichen Einspeisung und damit das Bilanzierungsrisiko trage, würden rund um die Uhr detaillierte, lokale Winddaten und Wetterprognosen analysiert, um die jeweils aktuellsten Stromproduktionserwartungen zu simulieren. Gestützt darauf verkaufe Alpiq die Stromerzeugung fortlaufend und rund um die Uhr über den Intraday-Handel. Die Direktvermarktung der erneuerbaren Energien auf dem Großhandelsmarkt sei ein wichtiger Schritt bei der Integration in ein zukünftiges Energiesystem.

Mit ihrem flexiblen Wasserkraftportfolio ergänze Alpiq die fluktuierende Produktion aus Wind- und Sonnenenergie. Alpiq vermarktet in Deutschland bereits mehr als 1.000 Windenergie- und Photovoltaikanlagen auf dem Großhandelsmarkt. Das Unternehmen sei in der Vermarktung von Strom aus neuen erneuerbaren Energiequellen (Wind, Sonne, Biomasse) aber auch in Polen, Rumänien, Bulgarien, Italien und Spanien aktiv. Der Schweizer Versorger wolle seine Erfahrung als Partner in der Direktvermarktung von erneuerbaren Energien ab diesem Sommer auch in Frankreich zur Verfügung stellen.

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