Aktuelle Umfrage: EVU sollen agiler, spezialisierter und kooperativer handeln

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Energieversorger müssen agiler, spezialisierter und kooperativer handeln. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage von Simon-Kucher & Partners. Für die Studie „Der Energieversorger der Zukunft“ befragte die Strategie- und Marketingberatung im September 2019 insgesamt 30 Experten aus der Energiewirtschaft in der DACH-Region.

Demnach muss sich der Energieversorger der Zukunft einer Reihe von Herausforderungen stellen. Privat- und Industriekunden erwarteten mehr digitale Dienstleistungen, die Energiewende bedinge einen neuen, komplexen regulatorischen Rahmen und die Wettbewerbssituation gewinne nicht zuletzt durch das Aufkommen innovativer Start-ups an Schärfe.

90 Prozent der befragten Entscheider von Energieunternehmen sind sich einig, dass der Kostendruck in der Branche noch weiter zunehmen wird. „Durch die veränderten Kundenansprüche und immer wieder neue, digitale Möglichkeiten sind Energieversorger gezwungen, Bereiche wie Kundenservice, Vertrieb, Marketing und Energiehandel zu digitalisieren“, so Thomas Haller, Partner bei Simon-Kucher und Global Head des Energiebereichs.

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Weniger als die Hälfte der befragten Experten sehen sich darauf jedoch gut vorbereitet. Um trotz dieser Herausforderungen weiter erfolgreich zu sein, gehen 90 Prozent der Studienteilnehmer davon aus, dass Energieversorger in Zukunft deutlich agiler vorgehen werden, 83 Prozent sagen EVU eine starke Spezialisierung voraus und ebenfalls 90 Prozent prognostizieren, dass Kooperationen zunehmend Teil des Geschäftsmodells von Energieunternehmen werden.

Vor allem Kooperationen im Fokus der Branche

Im Fokus der Branche stehen vor allem Kooperationen: Über 75 Prozent der Studienteilnehmer kooperieren bereits mit Start-up-Inkubatoren, zwei Drittel arbeiten mit größeren energiewirtschaftlichen Dienstleistern zusammen. Die Studie zeigt, dass die Kooperationen vor allem dabei helfen sollen, in den Bereichen eMobility, Energiehandel und Customer Service gut aufgestellt zu sein. „Das Interesse an Kooperationen über Branchengrenzen hinweg zeigt, dass Versorger die Zeichen der Zeit erkannt haben“, meint Haller.

Die befragten EVU wollen durch Partnerschaften vor allem ihr Bestandskundengeschäft sichern sowie die Neukundengewinnung vorantreiben. Ein großer Teil der Befragten will auch Kosten senken. „Gemeinsam mit Partnern sind Energieversorger besser in der Lage, diese Ziele zu erreichen“, sagt Manuel Steege, Senior Director und Branchenexperte. Auch werde die Bedeutung von ausgegliederten Unternehmensbereichen sowie branchenfremder Firmen als Partner in Zukunft deutlich steigen.

„Oft Fehler, dass das EVU dem Start-up Regeln für die Zusammenarbeit aufdrängen will“

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